Irkulyen, der heilige Bär von Kamtschatka

Kryptide, die nicht zur Hominologie oder Dracontologie gehören

Irkulyen, der heilige Bär von Kamtschatka

Beitragvon El Chupacabra » 13.09.2004 22:28

Hallo, einige kennen mich wahrscheinlich aus dem Paraportal. Ich hab mich entschlossen auch hier mal meinen Senf dazu zu geben.

Die Schamanen der Korjaken, ein autonomes Volk der russischen Halbinsel Kamtschatka, erzählen schon seit Jahrhunderten von "Irkulyen" (heiliger Bär). Dieses Wesen soll einem gigantischen Bären ähneln und jedem der ihn zu Gesicht bekommt Unglück bringen. In der Tat ist Kamtschatka sehr unerforscht; bis zum Verfall der UdSSR durften nur wenige Ausländer dorthin reisen. Aber nicht nur die Schamanen glauben an die Existenz dieses Wesens, auch ein gewisser Rodian Siwolibow will ihm schon begegnet sein und auch ein Exemplar erlegt haben. Da Moskau aber acht Zeitzonen entfernt liegt, konnte er sein Beute angeblich nicht untersuchen lassen. Der Schwede Stan Bergmann, einer der wenigen Ausländern die sich auf Kamtschatka frei bewegen durften wollte schon vor 40 Jahren die Existenz des Tieres nachweisen. Er fand auch gigantische Bärenspuren, die auf ein Wesen schließen lassen das mindestens drei mal so groß wie ein Braunbär und über eine Tonne schwer war/ist. Auch der US-Zoologe und Bärenexperte Paul Ward hält die Existens von Irkulyen für wahrscheinlich.
Die Beschreibung des Tieres ähnelt den fossilen Funden des "Arctodus simus" einem fleischfressendem Bär der letzten Eiszeit, der eine Schulterhöhe von über zwei Metern erreichte. Er kam hauptsächlich im Norden von Amerika vor.
Ich könnte mir gut vorstellen daß noch kleine Populationen dieser Bärenart zu finden sind, zumal Kamtschatka völlig unerforscht ist.
El Chupacabra
 

Beitragvon Cronos » 13.09.2004 22:41

Kleine Anmerkung am Rande: Der Irkujiem(die Schreibweise stammt aus einem anderem Buch) wird teilweise als extrem fett, mit großen "Fetttaschen" an den Beinen beschrieben, manchmal soll er sich auch wie eine Raupe im Schnee forbewegen. Der Arctodus war zwar während der Eiszeit das größte Raubtier der nördlichen Hemisphäre(wenn man vieleicht von Riesenformen beim Eisbären absieht), aber zwei Meter Schulterhöhe waren selbst für diesen Giganten deutlich zu viel. Das größte bekannten Skelett eines männlichen Arctodus simus(diese Unterart war die größte der Gattung Arctodus) gehörte einem Riesen mit einem Gewicht von einer knappen Tonne und einer Schulterhöhe von etwa 1,7m, also etwa dreimal so viel wie ein großer Grizzlybär. Auch liest man immer mal wieder dass der Artodus aufgerichtet eine Höhe von über 4m hatte, auch das stimmt nicht, selbst der größte Arctodus simus war höchstens 3,5m hoch, hatte aber eine ARMSPANNWEITE nach oben von über 4m(genauer englische Texte zu lesen scheint nicht jedermanns Stärke zu sein). Hinzu kommt noch dass der Arctodus zwar von Kanada bis Florida verbreitet war, aber keine Funde aus dem eurasischen Raum bekannt sind.
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Beitragvon crazydwarf » 14.09.2004 07:03

@Cronos: Obwohl von A. keine Funde aus dem eurasischen Razum vorliegen würde ich auf Grund der Lage von Kamtschatka Chupas Theorie nicht gleich verwerfen. Schließlich ist es nur ein "Katzensprung" über die Behringstraße und ich halte es durchaus für möglich das wenn die ersten Siedler über die Behringstrasse nach Amerika gelangen konnten auch ein Bär die umgekehrte Wanderung durchführen kann.
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Beitragvon Sven » 14.09.2004 09:24

Hi

ich hab letztenz eine Doku über Kamtschatka-Braunbären gesehen und da wurde gesagt, dass die, weil sich die Umwelt dort schon seit Jahrhunderten ändert am aussterben sind. Wenn schon diese recht kleinen Kameraden kaum noch Nahrung finden, wie soll dann so ein großes Tier dort überleben? Ich bin da eher skeptisch!

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Beitragvon Lahtzarus » 14.09.2004 14:01

Indem er die Braunbären frisst. :ja:

Ne im Ernst. Das ist wohl schon ein Problem.
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Beitragvon Cronos » 14.09.2004 14:07

Tatsächlich haben die großen Arctodus-Bären mit großer Wahrscheinlichkeit Braunbären gefressen, weshalb diese sich erst nach dem Aussterben dieser Superprädatoren wieder in den offenen Grasssteppen und baumlosen Gebieten etablieren konnten.
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Beitragvon Shielagh » 14.09.2004 16:52

Die Begegnung Rodian Siwolibows mit einem vermeintlichen Irkulyen fand am 25. August 1989 statt. Der Jäger hatte in seiner Laufbahn bereits 69 Braunbären erlegt, und das Tier, das er an jenem Tage erschießen konnte, war angeblich "wirklich seltsam". Vor allen Dingen war es zu groß, wie der Mann behauptet.

Zunächst sah Siwolibow nur den vorderen Teil des Wesens und machte einige Fotos, wie er es schon bei anderen Bären getan hatte. Dann konnte er es im Ganzen sehen und bemerkte sofort, dass dieses Exemplar größer war als ein gewöhnlicher Braunbär. Zudem hatte es einen im Verhältnis zum Körper kleineren Kopf.
Er tötete das Tier mit einigen Schüssen und lichtete sowohl den Kadaver als auch das später abgezogene Fell ab.
Die Tatsache, dass das Wesen nie unter Laborbedingungen untersucht werden konnte, wurde wie schon erwähnt mit der großen Entfernung zu Moskau begründet.
(Quelle: "Monster und Mythen - Der heilige Bär von Kamtschatka", Discovery-Dokumentation)

Siwolibow ist sich sehr sicher, damals einen der heiligen Riesenbären erlegt zu haben. Natürlich wäre es schon seltsam, wenn ein erfahrener Jäger einen normalen Braunbären für einen Irkulyen halten würde.
Aber mich persönlich überzeugt dieser Fall wenig. Das Foto des lebenden Tieres zeigt meiner Meinung nach einen gewöhnlichen Braunbären. Auf der Aufnahme des Kadavers kann ich auch nichts Ungewöhnliches erkennen. Und das abgezogene Fell, das auf einem der Bilder mit dem Jäger als Größenvergleich zu sehen ist, scheint mir kaum länger als zwei Meter gewesen zu sein.
Ich würde euch gerne die Fotos zeigen, aber im Internet habe ich sie nicht gefunden.
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Beitragvon Thylacinus » 14.09.2004 17:32

http://www.kryptozoologie-online.de/For ... ight=b%E4r

Ab und an die Suche nutzen schadet ja nicht ;)
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Beitragvon Kouprey » 28.12.2004 21:39

In dem Dokumentarfilm "Grizzly-Giganten" von Andreas Kieling wurde den Berichten von Riesenbären nachgegangen. Er reiste auf die Aleuten und fand dort tatsächlich einige wirklich großwüchsige Braunbären; den größten schätzte er auf gut 750kg+(sehr, sehr mutige Schätzung, imho). Dank des maritimen, recht milden Klima gibt es immer genügend für die Bären zu fressen-Lachse, Seevogeleier und vor allem Muscheln.

Man muss also gar nicht nach prähistorischen Monsterbären als Erklärung suchen-die Antwort ist vielleicht naheliegender: sowohl Kodiak als auch Kamtschatka beherbergen jeweils überaus große Unterarten von Braunbären. Schon in der Zeit vor der Einführung von Gewehren müssen sehr große Braunbären dort gehaust haben, die den Eingeborenen schier unbezwingbar erschienen und dementsprechend in Stammesmythen noch hochgesteigert wurden. Die Trophäenjäger der Neuzeit rotteten mit ihren Gewehren wahrscheinlich zuallererst die größten Exemplare aus. Nur auf entlegensten Inseln wie den Aleuten blieben bis heute noch einige wirklich große Exemplare zurück.
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Re: Irkulyen, der heilige Bär von Kamtschatka

Beitragvon Kouprey » 04.02.2014 14:13

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Re: Irkulyen, der heilige Bär von Kamtschatka

Beitragvon Cronos » 04.02.2014 23:00

Noch ein Nachtrag, ein "echter" Bergman-Bär, grade entdeckt von Cameron McCormicK:

http://heritage-expeditions.com/media/u ... -_copy.jpg
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Re: Irkulyen, der heilige Bär von Kamtschatka

Beitragvon Kouprey » 05.02.2014 11:45

Danke @Cronos-das dürfte das Thema "Bergmann-Bär" gut geklärt sein. Ganz ohne Herbeibemühung ausgestorbener Arten...;)
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