Die Bestie von Gevaudan

Kryptide, die nicht zur Hominologie oder Dracontologie gehören

Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon cody » 11.08.2003 13:09

Hallo! Mein Name ist Thomas Mandl und bin von der Kryptozoologie fasziniert :!: Ich habe den Film "Packt der Wölfe" gesehen und es wurde erwähnt das,die Bestie von Gevaudan tatsächlich existierte und über 100 Menschen getötet hat.Nun mich würde es sehr interessieren ob man es gefangen(getötet) und vor allem was es für ein Tier war :?: Ich gehe davon aus das der Film einer starken künstlerrischen Freiheit unterliegt und man ihn nicht als Maßstab der Wahrheit nehmen darf .Trotzdem scheint das Tier bis heute ein Mysterium zu sein.(zum. bis jetzt für mich) :!: Viellen Dank im voraus und Liebe Grüße cody :!:
cody
 

Beitragvon Sven » 11.08.2003 13:35

Hallo Thomas

herzlich Willkommen in unserer Krypto-Runde!!!
Über die Bestie von Gevaudan wurde schon in dem Thema: Europäische Krypiden diskutiert!!!
Hier die Zitate:

Zitat Dormeus:

Würd ich nicht mehr als aktuell ansehen (wie du schon gesagt hast). Ich hab mal gehört das das Tier nur ein Hyaene oder was Ähnliches war. Es wurde in Frankreich eingeführt um die Taten eines kranken Serienmörders zu decken der zu einer reichen Familie gehört. Hab ich zumindest so mal gehört... (aber nicht aus dem Film :) )

Zitat Marozi:

Ja, das ist richtig. Einer der Brüder von Jean Chastel, einem Jäger der nach dem Tod eines jungen Mädchens im Juni 1767 zusammen mit anderen auf die Suche nach der Bestie geschickt wurde, hatte offenbar in seiner Menagerie eine Hyäne (Hyaena hyaena). Die von dir erwähnte Theorie besagt, dass jener Bruder die Hyäne tötete um seine eigenen Morde zu verdecken. In der Tat stoppte die Todesserie auch nach der erfolgreichen Tötung der Hyäne durch Jean Chastel. Das Tier wurde mehrere Wochen ausgestellt, bevor es nach Paris zur Examination gesandt wurde. Insgesamt werden mit der Bestie von Gévaudan 100 Opfer in Verbindung gebracht, die meisten davon Frauen und Kinder.
Aber natürlich ist dies nur eine von vielen Theorien, die wie alle anderen auch ungeklärte Fragen hat. Daneben werden auch Wölfe (zwei sehr große Exemplare wurden während der Jagd nach der Bestie getötet, einer davon angeblich mit einem Mädchen im Magen) sowie ein Hund-Wolf-Hybride, ein Werwolf, ein Serienkiller in einem Tierfell oder sogar ein Pavian als Erklärung angeboten.

Hoffe dir geholfen zu haben...

mfG Sven "Animal"
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Re: Die Bestie von Gevaudan

Beitragvon crazydwarf » 11.08.2003 13:36

Die Bestie soll tatsächlich existiert haben und soll wohl damals getötet worden sein. Viel mehr kann ich dazu im Moment aber auch nicht sagen. Ich hatte zwar mal einen Link dazu, diesen aber im Moment nicht zur Hand...

Wenn ich in wieder finde poste ich ihn gerne.
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Beitragvon Marozi » 11.08.2003 13:38

Hallo cody/Thomas,

freut mich dich hier zu begrüßen. Ich habe den Film als Videokassette kurz nach seinem Erscheinen gekauft, seitdem liegt er in irgendeinem Schrank (will sagen, habe ihn noch nie angesehen) und kann ihn daher auch nicht bewerten. In einem anderen Thread haben wir das Beast vor kurzem auch bereits angesprochen.
Eines jedenfalls ist wohl eine Tatsache, was das Beast of Gévaudan angeht: was oder wer für die Morde verantwortlich war ist nicht mehr ermittelbar.

Die Bestie war größer als ein Wolf mit großem Kopf. Schmalle aufgerichtete Ohren und Hinterbeine größer als die Vorderbeine. Es tötete nach offiziellen Angaben 100 Frauen bzw. Kinder (keine Männer). Einige Berichte wirst du vermutlich kennen und auch die zahlreichen Jäger (siehe Europäische Kryptide). Was es letztendlich war, dazu wurden zahlreiche Theorien aufgestellt. Ein Wolf (Canis lupus) war der einfachste Vorschlag. Aufgrund der Beschreibungen und der Tatsache, dass es so gut wie keine Wolfsattacken auf Menschen gab (schon gar keine die so zielgerichtet waren) ist diese Theorie jedoch kaum wahrscheinlich (auch wenn offenbar zwei außergewöhnlich große Exemplare während der Mordserie erlegt wurden). Übergehen wir die Hybridentheorien (Hund und Wolf, Löwe und Tiger) ebenso wie den Pavian (angeblich hat man im selben Gebiet einen getötet) und kommen zu den interessanteren.

1767 wurde von Jean Chastel eine Streifenhyäne erschossen und Jahre später (1819) als solche auch identifiziert. Die Beschreibungen passen zu ihr eindeutig besser als zu jedem anderen Tier.

Die zweite interessante Theorie, ist letztendlich die, dass Jean Chastel die Hyäne als Täuschung erlegte, um einen seiner Brüder als Massenmörder zu decken.
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Beitragvon cody » 11.08.2003 14:13

Hallo Sven,crazydwaf und Marozi! Zuerst mall sorry,vor lauter "Gier" hab ich übersehen dass,das Thema "Bestie von Gevaudan" schon behandelt worden ist.-als ich den Beitrag gesendet hatte ,hab ich den Fehler auch schon bemerkt-wird nicht mehr vorkommen.Sehr interessante Antworten,muß ich schon sagen.Wenn ich kurtz ausschweifen darf :!: Es gab mal glaube ich in Indien einen Fall wo Wölfe Kleikinder regelrecht aus dem Elternhaus gestohlen und getötet haben.Sie verübten ihre Angriffe im Rudel,ist das als Indiz gegen einen Wolf als Bestie von Gevaudan zu sehen? oder gab es auch schon Fälle wo ein einzelnes Tier (Wolf) solche Morde verübte?Viele Grüße und Danke für die wirklich schnellen Antworten cody
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Beitragvon Marozi » 11.08.2003 14:39

Ja, es gab auch schon Angriffe durch einzelne Wölfe. Ein Rudel ist nicht immer vonnöten. Vor allem jüngere Tiere verlassen öfters ihr Rudel und ziehen durch zehn- bis zwanzigmal so große Gebiete. Wie schon aus deinem Bericht aus Indien ersichtlich wird, handelt es sich überwiegend um Kinder. Das erscheint auch logisch, denn obwohl Wölfe auch größere Tiere töten, ist ein kleines Kind eine viel leichtere Beute (was aber ebenso auch für andere Carnivore gilt...). Insofern fällt es auch einem "einsamen Wolf" nicht schwer diese zu töten und ist keinesfalls ein Indiz gegen die Wolfstheorie.
Im Zusammenhang mit den Wölfen wurde auch bereits erwähnt, dass einer der beiden Prachtexemplare angeblich auch die Überreste eines Kindes im Magen hatte. Das muß (sofern es der Wahrheit entspricht) nicht unbedingt etwas bedeuten, denn er könnte das Kind auch schon tot gefunden und gefressen haben.
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Beitragvon Sven » 11.08.2003 14:42

Hi

ich kann nur sagen: Ein Wolf geht keine Mensche an!!! Wölfe haben sogar angst vor Menschen!!! Das Wölfe Kinder oder Babys stehlen um sie zu fressen, wäre nur bei extremer Futterknappheit zu sehen! (und dann auch noch sehr unwahrscheinlich!) Einsame Wölfe gibt es so gut wie nie, und wenn, dann ist ein Reh die größte Beute die der Wolf erlegen könnte!!!

mfG Sven "Animal" :happy:
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Beitragvon Marozi » 11.08.2003 14:56

In der Tat gibt es aus dem letzten Jahrhundert nur zwei belegte Tötungen durch Wölfe, wobei nicht einmal sicher ist ob es nicht doch wilde Hunde waren. Und die ausgewilderten Wölfe in Italien zeigen uns, dass sie sich vor dem Menschen regelrecht verstecken.
Aber lassen wir die andere Zeiten von damals nicht außer acht. Wölfe waren noch zahlreich. Ein zehnjähriges Kind, dass allein die Schafe hütet ist eine leichte Beute. Auch eine Frau passt ins Beutespektrum, denn die Menschen waren viel kleiner als heute. Durchaus vergleichbar einem Reh... Natürlich greifen Wölfe nur in die Ecke gedrängt an, aber was wenn es sich hier um alte oder sonstwie körperlich eingeschränkte Wölfe gehandelt hat (vergleichbar den menschenfressenden Löwen)?

Einsame Wölfe gibt es - Punkt. Siehe Posting von mir vorher :motz: . Ein derartiges Verhalten findet man in vielen Rudel- bzw. Herdengemeinschaften. Der Wolf ist aber natürlich ein Rudeljäger und wird sich so bald wie möglich wieder einem anschließen wollen. :lach:

Aber vielleicht war es ja (falls es Wölfe waren...) auch ein Rudel?
Zuletzt geändert von Marozi am 11.08.2003 16:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon cody » 11.08.2003 15:02

Hi Sven! Die Ereignisse aus Indien sind vielleicht vor 10-15 Jahre geschehen.Sie wurden als Doku. bei Universum gezeigt (eine überaus populäre Sendung des ORF) und ich glaube sogar das ich sie auf Video habe!**Hi Marozi! Gibt es Berichte aus Frankreich über Exotische Tiere(Raubtiere-wie die Geschichten über Großkatzen in England)die frei herumlaufen und Nutztiere oder sogar Menschen angreifen? Und gab es je einen ähnlichen Fall wie in Gevaudan in Europa?Viele Grüße cody!
cody
 

Beitragvon Marozi » 11.08.2003 15:13

@cody:

Ich erstelle zweimal pro Monat eine Fernsehübersicht für Tierdokus, wobei mir Universum natürlich ein Begriff ist. Allerdings ist das auch so ziemlich die einzigste Tierdoku auf ORF... :lol:
Die Sache mit dem Beast of Gévaudan ist einmalig in Europa. Wenn du dir die Liste der Kryptiden die ich erstellt habe ansieht (http://www.kryptozoologie-online.de/Forum/viewtopic.php?t=63, ist kaum einmal ein großes Raubtier dabei. Diese "Massenmorde" sind die absolute Ausnahme und werden allerhöchstens durch die zahlreichen Tötungen der afrikanischen Kryptide getoppt.

Anders mag es da schon bei Tieren aussehen, aber wer zählt schon alle Schafe die von den ABC's getötet wurden... (von denen es auch in Frankreich welche gibt)
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Beitragvon cody » 11.08.2003 15:43

Hallo Marozi!Ja leider ist das die einzige Naturdoku. im ORF :cry: Find ich super das du alle Tier und Naturdokus. die demnächst im TV ausgestrahlt werden auflistest.Vielen Dank ,werd gleich die Liste ausdrucken. Viele Grüße cody!
cody
 

Beitragvon cody » 28.09.2003 08:51

Hi!
Hab endlich den Titel der Doku über die Vorkommnisse in Indien gefunden!
"Das Rätsel von Uttar Pradesh"
mfg cody!
cody
 

Beitragvon crazydwarf » 29.09.2003 11:59

So beim Schmökern in dem einen und anderen Forum sind mir parallelen zwischen der Beschreibung des Beast of Gevaudan und dem Shunka Warak'In aufgefallen. Könnte es da einen Zusammenhang geben?
crazydwarf
 

Beitragvon Dromeus » 30.09.2003 10:48

crazydwarf hat geschrieben:So beim Schmökern in dem einen und anderen Forum sind mir parallelen zwischen der Beschreibung des Beast of Gevaudan und dem Shunka Warak'In aufgefallen. Könnte es da einen Zusammenhang geben?


Jein,

das BOG war wahrscheinlich den Gerüchten nach eine eingeführte Hyaene die von einem reichen Adligen in die Umgebung von Gevaudan eingeführt wurde um die Morde eines seiner Verwandten zu decken. Es schien sich hierbei um den klassischen Serienmörder zu handeln. Shunka war EVTL. ein lebendes Exemplar einer pleistozänen Hyaenen Art.

Bis dann

:)
Dromeus
 

Beitragvon Marozi » 30.09.2003 18:50

Die vorgeschlagene Art nennt sich "Chasmaporthetes ossifragus" und wurde bislang wohl nur in Amerika aus dem Pliozän bis zum Pleistozän gefunden.
Aber es kommen auch sog. Bärenhunde (Familie Amphicyonidae) aus dem Eozän bis zum Miozän in Frage.

Außer den ähnlichen Beschreibungen ("hyäenengleich"), auf die crazydwarf ja hingewiesen hat, sehe ich keinerlei realistischen Zusammenhang :happy:
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Beitragvon Kouprey » 28.12.2004 22:13

Der Fall in Indien sowie der erst kürzlich erfolgte Angriff eines Wolfes auf ein Kind in Alaska machen deutlich, dass Wölfe durchaus auch Menschen angreifen. Wölfe sind hochentwickelte, intelligente, neugierige Beutegreifer, die jedliche Möglichkeit des Nahrungserwerbs nutzen. Dass Europas Wölfe Angst vor Menschen haben, liegt vor allem daran, dass sie seit Jahrtausenden dort bis zum Rand der Ausrottung gejagt wurden. Ich persönlich glaube, dass in den alten Geschichten aus Russland, Skandinavien und anderen Teilen Europas von Übergriffen von Wölfen auf Menschen und deren Haustieren in rauhen Wintern ein wahrer Kern steckt.

Die Übergriffe in Gevaudan könnten vielleicht von Wölfen herrühren, die den Menschen als leichte Beute ansahen-es wurden vor allem Kinder und junge Mädchen angegriffen. Aber auch die Serienmörder-Theorie, mit einer Streifenhyäne als vorgeschobenes Monster erscheint plausibel.

Interessant ist jedoch, dass viele Augenzeugen die Bestie als eher marderartig beschrieben; Übergriffe ähnlicher Tiere wurden in Irland und Russland im 19.Jhd. gemeldet...
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Beitragvon Skeptikus » 28.12.2004 23:41

Hi,

ich meine mich zu erinnern, dass der bekannte Wolfsforscher Erik Zimen in seinem Buch "Der Wolf" auch auf die Bestie von Gevaudan einging. Auch er räumte die Möglichkeit ein, dass Wölfe in bestimmten Situationen Menschen angreifen. Nach Kriegen und Seuchenzügen im Mittelalter hungerten die Menschen und wilderten was das Zeug hielt, so dass die Wölfe keine Nahrung mehr fanden und ebenfalls hungerten. Das trieb manche wohl dazu, auch Menschen anzugreifen.

Die Bestie von Gevaudan war aber wohl eher ein wolfsähnlicher Hund oder bestenfalls ein Wolf/Hunde-Mischling. Grosse Hunderassen sind erheblich grösser als Wölfe. Hunde haben keine Angst vor Menschen, und wir wissen nicht erst seit der Kampfhunddebatte, dass sie Menschen töten können.

Das ist die einfachste Erklärung!

Gruss, Rainer.
Skeptikus
 

Beitragvon Kouprey » 29.12.2004 09:00

Zimen nutzte allerdings auch diese Option in seinem ansonsten ausgezeichneten Buch, um die Schuld eher auf den Hund als auf den Wolf abzuwälzen.

Verwilderte Hunde erklären im übrigen nicht die Aussagen von Zeugen, dass die Bestie gestreift und nur entfernt wolfsähnlich ausgesehen hätte.
Das würde eher auf die Streifenhyäne deuten, die übrigens bei Gefahr ihr Fell so aufstellen kann, dass sie weitaus größer erscheint und sich auch ganz gut zähmen lässt:
http://www.kenyabeasts.org.uk/pics/hyenas1.jpg
http://www.pbs.org/sahara/wildlife/imag ... hyena2.jpg

Es erscheint mir auch seltsam, dass die damaligen Menschen nicht einen Hund als Täter identifiziert konnten.
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Beitragvon Skeptikus » 29.12.2004 10:23

Hi,

Kouprey hat geschrieben:Verwilderte Hunde erklären im übrigen nicht die Aussagen von Zeugen, dass die Bestie gestreift und nur entfernt wolfsähnlich ausgesehen hätte.


Inwiefern nicht? Die meisten Hunde, die ich kenne, sehen nur entfernt wolfsähnlich aus.

Das würde eher auf die Streifenhyäne deuten, die übrigens bei Gefahr ihr Fell so aufstellen kann, dass sie weitaus größer erscheint und sich auch ganz gut zähmen lässt:
http://www.kenyabeasts.org.uk/pics/hyenas1.jpg
http://www.pbs.org/sahara/wildlife/imag ... hyena2.jpg


Hast du schon mal ne lebende Streifenhyäne gesehen? Die sind nicht besonders gross, auch nicht mit Mähne. Ein grosser Hund ist mit Sicherheit grösser.
Übrigens zeigt das zweite Foto IMHO einen Erdwolf.

Es erscheint mir auch seltsam, dass die damaligen Menschen nicht einen Hund als Täter identifiziert konnten.


Wenn es ein ungewöhnlich grosser Hund war oder ein Hund mit ungewöhnlichem Aussehen, dann finde ich das verständlich. Die Angst und der Schock über die Ereignisse tun ein übriges, um zu der Einsicht zu gelangen: "Das kann kein normaler Hund getan haben, dass muss ein Monster gewesen sein!"

Wenn es stimmt, dass dort in der Gegend eine Streifenhyäne gehalten wurde, dann hat vielleicht auch der Anblick dieses seltenen Tieres die Phantasie der Menschen zusätzlich angeregt und sich mit der Beschreibung der eigentlichen Bestie vermischt.

Gruss, Rainer.
Skeptikus
 

Beitragvon Cronos » 29.12.2004 12:53

Ich persönlich halte die Streifenhyänentheorie relativ unwahrschienlich, denn von den vielen Beschreibungen beschreiben die allermeisten das Tier wolfsartig und ohne Streifen, auch die Bilder von dem ausgestopften Kadaver stellend diesen zweifellos nicht als Streifenhyäne dar. Rein prinzipiell käme sogar eine gefleckte Hyäne noch eher in Betracht als eine Streifenhyäne, auch wenn hier wiederum keinerlei Grund vorliegt das zu glauben, weshalb ich auch nicht näher darauf eingehe.
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Beitragvon Kouprey » 29.12.2004 17:08

@ Ja, ich habe Streifenhyänen bisher gesehen-sowohl von der arabischen als auch von der kaukasischen Unterart(letztere ist mit bis 50 kg nicht gerade klein). Nun biste platt, wat? :twisted: . Kleiner Typ: der Zoo von Tallinn, Estland, hat beachtenswerte Zuchterfolge bie dieser Art-dort kannst du in Natura einige nicht gerade kleinwüchsige Exemplare sehen, deren stämmiger Wuchs und das bei Aufregung gesträubte Fell sowie lautes Gekreisch einen recht furchteinflössenden Eindruck vermitteln. Das fremdländische Aussehen und der daraus resultierende Adrenalinstoß mag bei der Größenangabe der Zeugen für einige Extra-Zentimeter gesorgt haben...
Stimmt, das letzte Bild könnte Proteles cristatus sein-sorry(dämliches google programm... :P )
Nun bleibt es mir noch übrig zu fragen, welche Hunde du bisher gesehen hast, die nur entfernt wolfsähnlich aussehen-Dackel, Malteser und Pudel vielleicht? :P Damals müssen wolfsähnliche Hunde bzw Wolf-Hund-Hybriden weitaus häufiger und daher im Anblick eher geläufig gewesen sein. Warum wurde die Bestie dann als etwas Andersartiges geschildert?

Vielleicht ging ein Teil der Untaten auf Konto von Wölfen(daher der Kinderknochen im Magen des erlegten Wolfes-oder war dies nur Aas von einem Friedhof?); einige Fälle und die Zahl der Opfer(angebl. 100) deuten eher auf menschl. Bestien hin...
Zuletzt geändert von Kouprey am 31.12.2004 18:19, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Smilodon fatalis » 29.12.2004 17:37

Ich darf wohl noch anmerken, dass Hund-Wolf-"Hybride" z.T. ebenfalls erheblich größer sind, als ihre Stammformen - ich habe das Glück, einen Mischling aus Kanadischem Wolf und Alaskan Malamute zu kennen - mit über 80 kg und einer beträchtlichen Schulterhöhe kein kleines Tier *ggg*.

LG,
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Beitragvon Cronos » 29.12.2004 18:45

@Smilodon: Könntest du vielleicht mal ein Bild von diesem Hund posten? Ich habe bisher immer nur Bilder von Hybriden gesehen bei denen die Hundehälfte Schäferhund-oder Husky-artig gewesen ist.
Die Bestie wurde ja als sehr groß, mit langer Schnauze und ungewöhnlich langem Schwanz beschrieben, das könnte auf eine Art Wolfshund als Vater oder Mutter hindeuten, falls es ein Hybride gewesen wäre. Der eine erlegte Wolf der für Metzeleien verantwortlich gemacht wurde, soll ein Gewicht von 65 kg gehabt haben, solche Gewichte erreicht kaum ein Wolf in unseren Breiten. Streißenhyänen dürften schon damals durch ihre unverkennbaren Streifen aufgefallen sein, die allerdings praktisch nirgends erwähnt werden. Die Bilder die ich mir vorher angeschaut habe(von denen eines die ausgestopfte Bestie zeigt) zeigen ein sehr großes Hundartiges Raubtier, mit sehr großem Kopf, einem weißen Bauch und Hals, sowie einem ungewöhnlich langen Schwanz. Streifenhyänen haben einen eher kurzen Schwanz, Wolfshunde dagegen einen ausgesprochen langen Schwanz. Ich möchte die Hyänentheorie mal nicht 100%ig auschießen, aber ich denke immer noch dass ein extrem großer und aggressiver Wolf, bzw Wolfbastard für die Sache verantwortlich ist. Bei Wolfhybriden kommt in der Regel eher der Wolfsanteil durch, da viele ihre Gene dominant sind, etwa für Stehohren und gerade Schwänze. Hybriden aus Wolf und Schäferhund oder Husky sind oft kaum von reinen Wölfen zu untescheiden.
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Beitragvon Smilodon fatalis » 29.12.2004 19:19

Hi Cronos!

Mit Bildern kann ich im Moment nicht dienen, müsste da mal nachfragen.

Allerdings ist ein Alaskan Malamute nichts anderes als eine Husky-ähnliche Rasse, die sich durch etwas längeres Fell und einen gedrungeneren Körperbau auszeichnet.

Weil du aber den Wolfshund ansprichst - soweit ich weiss, sind der Irish Wolfhound (die bekanntlich größte Hunderasse der Welt) und sein etwas kleinerer Verwandter, der Scotch Deerhound sehr alte Rassen und hatten in der Zeit der Bestie von Gevaudan eine europaweite Verbreitung als Jagdhunde für Großwild- nun wäre es natürlich sehr interessant, ob der Heterosis-Effekt bei einer Mischung aus Wolf und Wolfhound ähnlich zuschlagen könnte, wie aus meinem Beispiel von Malamute und Wolf.
Das Ergebnis wäre, würde die Proporption ähnlich zuschlagen wohl als gigantisch zu bezeichnen, hat doch der Wolfhound an sich schon gerne eine Widerristhöhe von 1 m.

Woran ich aber wegen der Streifung auch noch denken musste, sind gestromte Farbvarianten von großen, urtümlichen Mastiff- und Doggen-Rassen, wie z.B. der französischen Bordeaux-Dogge (Gewicht bis 100 kg).
Diese Tiere sind auch ausnehmend groß und wurden z.T. zu Zwecken der Bärenjagd und als Kampf-/Kriegshunde selektiert, zeichnen sich also durch ein recht hohes Aggressionspotential und eine immense Kraft aus.
Ich würde also durchaus in Betracht ziehen, dass ein großer bis sehr großer Haushund hinter der Bestie von Gevaudan steht.

LG,
Smilodon
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Beitragvon Kouprey » 29.12.2004 20:45

Momentchenmal Cronos-ich kann mich deutlich an Quellen erinnern, in denen in Zusammenhang mit der Bestie von Streifen die Rede war-das mag zwar auch für die mamorierten Farbvarianten von Hunden zutreffen(die sog. "Tiger"-Alanos/Boxer/Doggen), aber derlei gezielte Farbzüchtungen begannen bei Hunden erst ab Ende des 19.Jhds.

Nun zu den Hounds: sowohl der Irish Hound als auch der Scottish Deerhound traten in dieser Zeit auf; allerdings waren sie so gut wie nie außerhalb adeliger Kreise anzutreffen. Die heutigen Irischen Wolfshunde gab es zu der Zeit eh nicht; sie wurden aus Restbeständen des Irish Hound und des Deerhund Ende des 19.Jhds. konstruiert.
Insgesamt sollte man nicht den Fehler machen und von modernen Rassen ausgehen; die gezielte Hundezucht entwickelte sich zur ihrer heutigen Form erst ab Ende des 19. Jhds.; davor waren sich Hunde eines bestimmten Lokalschlags und Anwendungszwecks nur weitläufig ähnlich
Dass es in unseren Breiten kaum derlei große Wölfe gibt, ist nicht ganz korrekt-in den 60igern wurde in der Lüneburger Heide ein Wolfsrüde mit über 80cm SH geschossen. Zur Zeit der Angriffe in Gevaudan muß es große Wölfe wahrscheinlich noch häufiger gegeben haben.
Im Film wird auch auf die Aussage von Zeugen hingewiesen, dass ein einzelner Fremder in der Nähe der Tatorte gesehen wurde-vielleicht der Besitzer, der die Bestie auf Menschen hetzte? Das würde eher für einen Hund sprechen.
In diesem Zusammenhang ist dieser Link ganz interessant:
http://www.fortunecity.com/roswell/sire ... ulers.html
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