Wie Fische das Laufen lern(t)en

Tiere der Herpetologie und Ichthyologie

Wie Fische das Laufen lern(t)en

Beitragvon Tobias » 29.08.2014 10:20

Hallo,
warum gehen Fische an Land? Der Cartoonist Gary Larson hat eine einfache Lösung gefunden:

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Wissenschaftler haben es da weitaus schwerer, und der Grund für die etwa 400 Millionen Jahre zurückliegenden Ereignisse ist vermutlich nie im Detail aufzuklären. Zur Zeit geht man davon aus, dass keine langen Trockenperioden mit austrocknenden Tümpeln der Grund waren, sondern dass der Landgang in vergleichsweise flachen Gewässern stattgefunden hat. Diese Gewässer fördern als Präadaptation starke Brust- und Bauchflossen, um sich in strukturreicher Umgebung fortzubewegen und die Möglichkeit, über Lungen zu atmen, denn bei Hitze kommt es hier schnell zu Sauerstoffmangel.

Polypterus.jpg


Bei den heutigen Fischen findet man diese Merkmale unter anderem bei den Flösselhechten der Familie Polypteridea.
Emily Standen von der Universität in Ottawa zog in ihrer Arbeitsgruppe Jungtiere von Poylpterus senegalus ausschließlich an Land auf. Die Tiere wurden so acht Monate lang gehegt und mit im Wasser aufgezogenen Geschwistern verglichen. Dabei zeigten sich nicht nur im Verhalten deutliche Unterschiede, sondern auch im Körperbau.
Die landlebenden Tiere waren gezwungen, mit der stärker wirksamen Schwerkraft zurecht zu kommen und mussten laufen, statt schwimmen. Doch auch die im Wasser gepflegten Tiere konnten laufen, jedoch wesentlich schlechter: Die landgewohnten Fische liefen effektiver in dem sie ihre Flossen näher am Körper bewegten und den Kopf höher hielten. Auch die Koordination an Land war besser: ihre Flossen rutschten deutlich seltener weg.

"Herausfordernde Umweltbedingungen können oft Veränderungen der Anatomie oder des Verhaltens aufdecken, die sonst unbekannt geblieben wären. Das ist eine Art Formbarkeit in der Entwicklung", erklärt Emily Standen in einer Mitteilung ihrer Universität. Viele der anatomischen Veränderungen entsprachen dabei der Entwicklung der ersten Landbewohner, Mitautor Hans Larsson betont: "Das ist das erste uns bekannte Beispiel, das zeigt, dass diese Anpassungsfähigkeit den großen evolutionären Übergang erleichtert haben könnte."

Quelle: Nature-Paper frei zugänglich

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Tobias
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