Ein Zebra für 500€

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Ein Zebra für 500€

Beitragvon Thylacinus cynocephalus » 15.10.2006 11:38

Hi,
Ich hab letztens mal einen Bericht über irgenein afrikanisches Land (ich glaube Namibia oder Nigeria) gesehen. Da wurde berichtet, dass ein Zebra dort nur umgerechnet 500€ kostet und eine Giraffe 1200€ (lebend natürlich).

Was haltet ihr davon?

(Die Tiere werden nicht illegal verkauft. Sie werden auch nicht verkauft um sie abzuschlachten. Sie werden an Zoos und Naturreservate verkauft.)
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Beitragvon Tobias » 15.10.2006 11:49

Hallo,

was soll daran schlimm sein? In Südafrika gibts eine Menge privater Wildreservate, die alle ihre Attraktivität durch die von Europäern und Nordamerikanern dort für typisch gehaltenen Großtiere gewinnen. Da die Vermehrungsraten in einzelnen Parks unterschiedlich sind, ist es völlig normal, dass die Tiere verteilt werden. Wenn man dann damit noch Geld verdient, um so besser, schließlich können dann einige Leute von so etwas leben.

Wenn man mit einem lebenden Tier Geld verdienen kann, wird man es nicht totschiessen.

Bei uns werden doch auch Kühe und Schweine und Hühner und Schafe und Pferde und Hirsche und diverse andere Tiere verkauft, warum soll man das in Südafrika nicht tun?

schöne Grüße

Tobias
"Je ungewöhnlicher eine Tatsache ist, die zu beweisen ist,
um so eindeutiger muss der Beweis sein, um akzeptiert zu werden."

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Beitragvon Thylacinus cynocephalus » 15.10.2006 12:05

Ja klar aber du musst zugeben, dass 1200€ für ne Giraffe schon ziemlich wenig ist, ich mein die sind ja wohl etwas größer als ein Rind.
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Beitragvon Kouprey » 15.10.2006 12:13

In einigen afrikanischen Staaten(z.B. Namibia oder Südafrika) ist derartiges "Wildgame Farming" durchaus gang und gäbe; die Tiere werden aus vielerlei Gründe gehalten-sei es zum Fleischgewinn, Trophäenjagd, Landschaftspflege, als Touristenattraktion oder eben für den Verkauf an Zoos usw. Der betreffende(o.ä.) Film wurde mW bereits mehrmals im TV vorgestellt; dabei wurde u.a. die Auktion von Breitmaulnashörnern gezeigt.
Wie Tobias kann ich daran nichts falsches finden, wenn die Tiere fachgerecht gehalten werden; vielmehr findet hier eine sinnvolle kommerzielle Nutzung des Wildbestandes statt. Ähnliches gibt es auch in Amerika(z.B. Bisons), NZ/AUS und hierzulande(u.a. Gatterwild wie Dam, Sika oder Mufflon).
Des weiteren werden Zebras und andere Wildtiere mehr oder weniger legal weltweit gehandelt, s.a.:
http://exotichobbyist.com/
In derlei Kreisen bekommt man auch Löwenjunges ab $300-das ist weniger als man hierzulande für einen guten Rassehund zahlt.
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Beitragvon DeBaer » 16.10.2006 22:07

Prinzipiell ist ein Handel mit Tieren,wie er vor allem im südlichen Afrika stattfindet,nichts schlimmes. Teilweise treibt er aber auch recht unschöne Blüten.So werden z.B. Arten in Gebiete verpflanzt in denen sie noch nie heimisch waren,nur weil die dortige Fauna fast verschwunden ist. So kann man etwa südlichen Breitmäulern in einigen kleinen Parks in Ostafrika begegnen,wohin sie nach der Ausrottung der Spitzmäuler gebracht wurden,damit Touris trotzdem ihr Nashorn-Foto bekommen. Außerdem habe ich im Fernsehen mal nen Bericht über eine Gaming-Farm in Südafrika gesehen,in dem darauf hingewiesen wurde,daß gerade solche Farmen sehr viel zur Arterhaltung beitragen.Zu diesen Worten sah man eine Gruppe BuntBöcke durch die Savanne ziehen,in der neben normal gefärbten Tieren auch sehr helle,fast isabellfarbene zu sehen waren. Sah für mich schon eher nach einem ersten Schritt zur Haustierwerdung als nach Arterhaltung aus! Ich kann mir auch vorstellen,daß gerade Unterarten in einigen Gebieten in einem Misch-Masch verschiedener Unterarten untergehen könnten wenn etwa Farm-Besitzern egal ist,woher z.B.die Giraffen stammen,die sie zur Blutauffrischung ihrer ursprünglichen Population kaufen...
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Beitragvon Kouprey » 16.10.2006 22:24

Na, so ganz recht hast Du nicht mit den Breitmaulnashörnern; die nördliche Unterart war früher z.T. auch in Ost-Afrika heimisch und da sie alsbald nonexistent sein wird bzw. bereits ist(bis auf die wenigen Exemplare in Dvur Kralove und in San Diego) hat man einfach die Südliche Unterart(die sich von der Nördlichen nicht groß unterscheidet) hergenommen. Insofern ein ähnlich verzeihbares Fauxpax wie die Haltung von Bongos der ostafrikanischen Unterart im Zoothemenbereich "Kongo/ Zentralafrika"(zu sehen in dem einen oder anderen Zoo).

Was die Inzucht/Domestikation angeht: derartiges kannst Du auch in unseren Zoos sehen-mit dem Unterschied, dass die Farmen die fehlfarbigen Tiere aussondern und verwerten können. Versuch das mal in einen europäischen Zoo, in dem das Tier nur "aus vernünftigem Grund" offiziell getötet werden darf...
Was die Unterartenhybridisierung angeht: das ist idT ein Problem, ebenso aber auch in anderen ex-und in-situ Projekten(z.B. Zoolöwen oder Takhis). Meiner Ansicht nach ist eine unterartenreine Zucht erstrebenswert, doch kann man das eine oder andere Auge bei geringsten unterartlichen Unterschieden mal zudrücken.
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Beitragvon DeBaer » 17.10.2006 19:16

Das Nördliche Breitmaulnashorn ist mir schon bekannt,auch sein(ehemaliges )Verbreitungsgebiet.Statt Ostafrika hätte ich also vielleicht konkreter Kenia sagen sollen,denn das meinte ich eigentlich.Und dort kam es nie vor. Aber eigentlich geht es mir auch gar nicht nur um die Rhinos. Selbst wenn verschiedene Arten von Antilopen innerhalb Südafrikas(ich meine jetzt den Staat)verschoben werden ist das in einigen Fällen schon fast als Faunen-Verfälschung anzusehen.
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Beitragvon Kouprey » 17.10.2006 20:06

Aber meist auch nur fast :wink: -und weitaus weniger besorgniserregend als die Ausbreitung manch eines Neobioten hierzulande.
Wie gesagt-wenn Wildgame Farming verantwortungsvoll durchgeführt wird, ist eine derart extensive Nutzung des Landes durchaus zu begrüssen.
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Beitragvon DeBaer » 19.10.2006 10:53

Besorgnis erregend ist das natürlich überhaupt nicht.Es wäre meiner Ansicht nach nur sinnvoller,sich in diesem Fall eher um die einheimischen(und wesentlich bedrohteren) Spitzmäuler zu kümmern. Ebensowenig würde man hierzulande versuchen Bisons anzusiedeln,nur weil gerade keine Wisente zur Hand sind...
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Beitragvon Kouprey » 20.10.2006 15:17

...wobei es interessanterweise den einen oder anderen Versuch, letzteres zu probieren, im Europa des 19./20.Jhd. gegeben hat(s.a. Falz-Feins Kreuzungsversuche, erwähnt im alten Brehm).

Sinnvoller wäre es zwar schon, nur schwieriger a) weil die Zahl der Spitzmaulnashörner viel geringer als die des südl. Breitmaulnashorns ist und dementsprechend der Handel mit diesen Tieren begrenzter ist(u.a. auch hinsichtlich der gesetzlichen Lage) und b) aufgrund des im Vergleich zum Breitmaulnashorn weitaus problematischer zu handhabenden, da aggressiveren Naturells des Spitzmaulnashorns.
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Beitragvon DeBaer » 20.10.2006 17:00

Schön,daß man sich auf Dich verlassen kann,ich wußte,daß jetzt Falz-Fein dran kommen würde! :wink: Was die Handhabung angeht:Sicher sind Spitzmaulnashörner wesentlich tempramentvoller aber transportieren lassen sie sich auch,das passiert ja auch nicht gerade selten,ob nun zwischen Reservaten oder auch zwischen Zoo`s.
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Beitragvon Kouprey » 20.10.2006 23:32

Na über so ein "Lob" :wink: freut man sich doch... :wink: Was die Spitzmaulnashörner angeht: gewiss, das ist durchaus möglich(ein Kollege von mir weiß allerdings von einem Spitzmaulnashorn-Transport zw. zwei Zoos zu berichten, der trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Anfangszene vom Jurassic Park - Film ähnelte...;); doch ist allgemein das Handling dieser Art(also nicht nur der Transport, sondern die längerfristige Haltung) durch ihr aufbrausendes Temperament nicht ganz so einfach wie der im Vergleich eher ruhigeren Breitmaulnashörner(obwohl die auch nicht ohne sind!). Wenn ich als Touristenlodge-Betreiber den Besuchern Nashörnen präsentieren will, würde ich auch eher die große & ruhige Variante wählen-v.a. weil für die meisten Touristen Nashorn gleich Nashorn ist.
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Re: Ein Zebra für 500€

Beitragvon Kouprey » 17.04.2014 08:07

Ein Spitzmaulnashorn für 350.000 US-$

http://news.mongabay.com/2014/0220-isaa ... lysis.html
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