Interessantes Tierverhalten

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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon KnutKutter » 01.03.2010 08:17

Und noch ein Spiegellink.

Ich weiss nicht ob das ein aussergewöhnliches Verhalten für die Tiere ist, hier gibts auf jeden Fall ein Video einer Gottesanbeterin die Kolibris jagt:

http://www.spiegel.de/video/video-1051314.html
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Annie » 28.10.2010 20:56

Hallo!

Hier habe ich etwas Interessantes gefunden.... :
Schmetterling nutzt Heilkräuter/ bei scienceticker

Zitat aus dem Link:
Wenn weibliche Monarchfalter von einem Parasiten befallen sind, zeigen sie eine erstaunliche Vorliebe für bestimmte Pflanzen. Das haben amerikanische Biologen beobachtet. Die infizierten Falter legen ihre Eier bevorzugt auf solchen Pflanzen ab, die gegen den Schmarotzer wirksame Verbindungen produzieren.
Auf diese Weise könnten die Schmetterlinge dafür sorgen, dass zumindest ihre Raupen, indem sie an den Pflanzen fressen, gegen den Parasiten gewappnet sind, ....
Liebe Grüße von
Annie
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon elperdido » 06.11.2010 11:47

Schimpansoide Dominanz gepaart mit Intellekt und Heimtücke ....sind halt unsere nächsten verwandten ,und somit kommen auch alle Veranlagungen (auch antisoziale aggressive bis hin zu sadistischen )bei Ihnen vor ,wie bei uns :wink:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,612251,00.html
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Quagga » 06.11.2010 13:07

Hy!

Zunächst:
Schimpansoid

Was für eine geniale Wortkreation, Applaus dafür :mrgreen: :lach: !

Dann: Bonobos sind uns noch verwandter als Schimpansen, soooo an der Verwandtschaft festmachen kann man's also nicht. Höchstens, dass wir vielleicht doch nicht gar so hoch entwickelt sind, wie wir gern hätten ;).

Im übrigen schreibt der Forscher da einen rechten Käse, wenn er erzählt, Schimpansen knacken Nüsse/ benutzen Klopfwerkzeuge nur wegen "akutem Bedarf"...
Steine, gar dafür geeignete, oder passende Holzteile liegen auch im Habitat der Schimpansen nicht an jeder Ecke rum, so dass schon Jane Goodalls und erst recht aktuellere japanische Forschungen erbrachten, dass die Schimpansen schon vor dem beabsichtigten Nüsseknacken umherwanderten und passende Werkzeuge suchten/ erschufen. Diese alsdann mitnahmen zu den Nussbäumen, und somit also ebenso wie Freund Santino mit seinen Wurfsteinen vorausschauend handelten...

Im Gegensatz zu Santinos Stein- Hordung finde ich es hingegen ein viel, viel, viel, viiiel interessanteres Verhalten, was sich die Kapuzineraffen Mittelamerikas in den letzten Jahren so ausgedacht haben...

Und zwar habe ich da mal eine Doku gesehen (leider den Titel vergessen), die über Kapuzineraffen ging.
Und ich dachte buchstäblich, mich laust der Affe, bei dem, was mir da gegen Ende der Doku geboten wurde, als ein Jaguar sich anschlich, und die Affen den bemerkten.
Die sind nicht etwa simpel und flink getürmt und haben den Jaguar von oben verbellt, nein... Die sind, bitte hinsetzen, ziegerichtet an Felshänge gerannt oder haben Steine/ Knüppel gesucht, und haben den Jaguar damit beworfen.
Freilich mit mal mehr, mal weniger Treffsicherheit, aber letztendlich derart nachhaltig, dass der Jaguar kurz die Ohren anlegte, demütig (mit zu erkennendem weißen Rand um die Iris) kuckte und jeden Jagdgedanken auf die Affen fahren ließ.
Das mag sich jetzt ganz simpel und gar nicht weiter verheerend lesen, aber man muss mal überlegen, was das im Kern der Sache bedeutet...
Kapuzineraffen sind fuchsschlaue und hochpfiffige Kerlchen (weswegen ich sie nicht mag ^^), aber definitionsgemäß immer noch Tieraffen, also mehr Tier als zB Schimpansoiden ( :lach: )... Und benutzen Werkzeuge (Steine bis größere, für sie bewegbare Felsstücke, Äste...), um ihren schlimmsten Freßfeind zu vertreiben.
Und tun damit was?
Sie ziehen, in meinen Augen, eine ganz klare Trennlinie zwischen simplem, instinktgesteuerten Tier und sich selbst, erheben sich mit ihrem Werkzeuggebrauch also deutlich über das "simple Tier- Sein"...

Sicher benutzen auch vielerlei andere Tiere diverse Hass- Strategien, um dem Räuber den Appetit auf sich zu verderben. Was mich aber an der Sache mit dem Jaguar so seelentief und absolut nachhaltig beeindruckte, war, dass der nicht einfach nur ertappt aufstand und ging, wie man es von sonstigen beim Anschleichen bemerkten Raubkatzen kennt, sondern ganz eindeutige Demuts-, bzw. Angstanzeichen zeigte, wie die angelegten Ohren, das zu erkennende Weiß der Augen um die Iris, ein kurzes Maulwinkellecken und gedrücktes Davonschleichen.
DAS hat mich so absolut umgehauen: Der große starke Jaguar, Topprädator südamerikanischer Lande, der junge Bullen von 200 Kilo, Kaimane und ausgewachsene Tapire reissen kann, bekommt mimisch zu erkennende Angst vor einem "simplen" kleinen Äffchen von nur ein paar Kilo Gewicht, weil das mit Steinen schmeisst und Knüppels wirft, und erkennt damit ganz klar dessen Überlegenheit an.
Dieser Unterschied, der sich da zwischen Affe und Jaguar auftat, und das genau entgegen gesetzte Kräfteverhältnis... Alle Kraft zählt nichts gegen ein bisschen Grips, und prompt ist der gefürchtete Jäger ein eingeschüchterter Papiertiger, der sich in seine "Tierrolle" kuscht, während der Affe, der Primat, ganz deutlich als Überlegener vom Feld geht...
Und das so ein halbe Hose wie ein Kapuzineraffe...

Löwen zeigen dieselben Angstanzeichen auch vor Büffeln, wenn sie von denen verfolgt oder gar hart bedrängt werden, doch man bedenke, was der Büffel als solcher gegen einen Löwen ist... Viermal so schwer, x- mal stärker als die Löwen.
Und dann kommt da so 'nen mickriges Äffchen, wirft ein paar Äste und Steine, und bäng, ist die Ordnung der Natur irgendwo doch ganz schön aus den Angeln gehoben...

Ich hoffe, Ihr versteht, worum es mir geht ^^.

Grüße, Andreas
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon elperdido » 13.11.2010 17:53

Hallo Andreas

Ja, genetisch sind die Bonobos enger mit uns verwandt , aber verhaltenmässig haben wir doch mehr mit den großen gemein (zb das Durchführen von jahrelang geplanten genoziden ,Machtdemonstration von hyperdominaten Mitglieder durch brutalste gewalt und Tötung "entbehrlicher" niedrigrangiger Gruppenmitglieder ?! vieleicht ,oder sich auch noch mehrmalige Durchmischung mit anderen Primatengattungen (nicht zuletzt den Homo neanderthalensis)...
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Kouprey » 14.11.2010 10:33

@elperdido: Sehr freundlich gehen Bonobos mitunter auch nicht miteinander um, insbesondere Weibchen gegenüber Männchen...
http://www.ingentaconnect.com/content/b ... 1/art00003
Und "größer" sind Schimpansen nur bedingt, eher schwerer gebaut. "Zwergschimpanse" ist damit eine recht irreführende Bezeichnung.

Primaten"gattungen"? Wenn,dann wohl eher "-arten"...
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Tobias » 14.11.2010 13:05

Hallo elperdido,

sorry, aber das

> oder sich auch noch mehrmalige Durchmischung mit anderen Primatengattungen (nicht zuletzt den Homo neanderthalensis)...

müsstest du mal belegen. Die Sache mit den Arten und Gattungen scheint für Deutschsprachige unglaublich schwierig zu sein, aber das ist hier nicht das Thema. Was mich eher interessiert ist, wie Pan troglodytes sich mit Homo neanderthalensis durchmischt haben soll. Bitte um Belege.

schöne Grüße

Tobias
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon elperdido » 26.11.2010 16:25

Hallo Tobias

da habe ich mich missverständlich ausgedrück t:( ...ich meinte die Mischung von Homo sapiens und H.Neanderthalensis , Mea culpa auch wegen des Kladistikfehlers ...
es wäre ja auch schon sehr verwunderlich gewesen, wenn sich zwei äusserst ähnliche Menschengattungen die den selben Lebensraum teilten nicht (zumindestens teilweise wohl auch nachwuchstechnisch erfolgreich)gemischt hätten
http://www.l-iz.de/Bildung/Forschung/2010/05/Max-Planck-Institut-Leipzig-Spurenfunde-im-Neandertaler-Genom.html
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/271411.html
http://www.neandertaler.onlinesoft.de/mix.php?lb=58
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Annie » 29.09.2011 17:52

Hallöchen!

Hier mal wieder eine Meldung... eben las ich diesen interessanten Artikel.
Es geht um das doch recht intelligentes Verhalten eines Anker-Zahnlippfisch (Choerodon anchorago)

Zitat (Quelle scienceticker.info)
Es zeigt, wie ein Anker-Zahnlippfisch (Choerodon anchorago) eine Muschel aus dem sandigen Meeresgrund ausgräbt, sie packt und damit über eine längere Strecke zu einem Stein schwimmt. Dann schleudert der Fisch die Muschel mehrmals gegen die harte Unterlage.

“Dieses Verhalten umfasst mehrere Schritte und erfordert einiges an Planung”, erklärt Bernardi. “Für einen Fisch ist das eine ziemliche Leistung.” Die Tatsache, dass dieses Verhalten schon bei anderen Zahnlippfischen beobachtet worden sei, spreche für seine tiefe evolutive Verwurzelung. Dazu passe auch die ausgeprägte Neugier, die man bei diesen Fischen beobachten könne, so der Forscher.

Erst kürzlich hatten australische Meeresbiologen über einen anderen Vertreter der Gattung Choerodon berichtet, der im Great Barrier Reef einen Fels als Amboss zum Zerschmettern einer Muschel zu nutzen schien.


Hier der Link zum gesamten Artikel und dem passenden Video... das zweite erwähnte Verhalten habe ich auch schon mal in Netz als Video gesehen... mal sehen ob ich es finde...
Der Ambossfisch

Edit:

Dachte ich es mir doch... das war auch bei SienceTicker ;-)
Fisch nutzt Amboss
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Re: Interessantes Tierverhalten

Beitragvon Tobias » 30.09.2011 16:37

Hallo,

das sind erstaunlicherweise nicht die ersten Meldungen über Werkzeuggebrauch bei Fischen. Letztes Jahr wurden ebenfalls zwei Paper dazu veröffentlicht:

Pasko, L. (2010): Tool-like behavior in the sixbar wrasse, Thalassoma hardwicke (Bennett, 1830); Zoo Biol 28:1-7

Kuba, M.J., Byrne, R.A. & Burghardt, G.M. (2010): A new method for studying problem solving and tool use in stingrays (Potamotrygon castexi); Animal Cognition: doi:10.1007/s10071-009-0301-5

Schöne Grüße

Tobias
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