Fischer & Blomberg: Statistik und der Beutelwolf

Forum für alles rund um den Beutelwolf, den Thylacoleo und andere Beutler.

Fischer & Blomberg: Statistik und der Beutelwolf

Beitragvon Vogel Greif » 22.01.2012 13:25

Letzten Dezember haben Diana Fischer und Simon Blomberg im Journal Conservation Biology eine statistische Mammutarbeit veröffentlicht, in der sie die Wahrscheinlichkeit des tatsächlichen Ausgestorbenseins und der Wiederentdeckung sämtlicher in historischer Zeit verschwundener Säugetierarten beleuchten ( http://doi.wiley.com/10.1111/j.1523-1739.2011.01797.x ).
Vor dem Hintergrund, dass bereits 30 % aller jemals in historischer Zeit für ausgestorben gehaltenen Säugetiere wiederentdeckt wurden, ein sehr lohnendes Unterfangen!

Mithilfe von fünf statistischen Methoden wurden diese Wahrscheinlichkeiten berechnet, sowie ein Aussterbedatum im 95%-Konfidenzintervall für alle Säugerarten mit mehr als fünf Sichtungen in der Wildnis angegeben.

Dabei wurde auch der Beutelwolf untersucht und die Autoren kommen mit vier von fünf Methoden zu dem Ergebnis, dass die Art gänzlich verschwunden ist. Demzufolge wäre der Beutelwolf mit 95 % iger Sicherheit um das Jahr 1935 herum in der tasmanischen Wildnis ausgestorben.

Tatsächlich ist dieser statistischen Arbeit aber mMn. nun nicht ganz zu trauen, da sie die Naarding-Sichtung von 1982 nicht als glaubwürdig eingestuft und in die Modelle einbezogen hat und zudem das Problem der tausenden (mit bestimmt einem Dutzend glaubwürdigen) Festlandssichtungen sowie die Irian-Jaya-Tiger außen vorlässt.

(wer das paper will, bitte pn mit email-adresse)
In dieser Hinsicht ließe sich viel erzählen von geheimnisvollen Tieren, deren Papierdasein sich so ziemlich über den ganzen Erdball erstreckt hat.
Ingo Krumbiegel
Benutzeravatar
Vogel Greif
Zoologe
Zoologe
 
Beiträge: 381
Registriert: 18.09.2007 12:57

Zurück zu Thylacinus & Co.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron