Geburtstag eines Kryptides: Nessie wird 80 Jahre

Alles rund um das berühmte schottische Seeungeheuer aus dem Loch Ness.

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Geburtstag eines Kryptides: Nessie wird 80 Jahre

Beitragvon Tobias » 13.11.2013 12:01

Hallo,

heute, am 13.11.1933 wurde das erste Foto vom legendären Loch Ness Monster "Nessie" veröffentlicht. Der Arbeiter Hugh Gray hatte es an einem Sonntagmorgen auf dem Heimweg vom Gottesdienst geschossen.

Bild
Das Gray-Bild, das sich bald als Fälschung entpuppte.

In seiner 80jährigen Geschichte wurde das Monster von vielen Augenzeugen gesehen, etwa 10 bis 15 Fotos sind bekannt geworden und sogar auf Google Earth soll es sichtbar sein. Es gab unzählige ernsthafte und weniger ernsthafte Expeditionen, seit den 1930er Jahren. Unter anderem wurde entdeckt, dass in alten Chroniken aus dem 7. Jahrhundert ein Seeungeheuer erwähnt wurde, das der heilige Columban 565 gebannt haben soll.

Die "Entdeckung" Nessies zog einen Wettstreit der britischen Tageszeitungen nach sich. Die Daily Mail richtete bereits 1934 eine Expedition aus, die vom damals berühmten Großwildjäger Mr. Wetherall geleitet wurde. Ihn begleiteten ein Daily Mail Reporter und der Fotograf Gustave Pauli. Sie wurde bald fündig, bei Dores am Südufer fand er eine frische Spur, die er wie folgt beschreibt: "Es handelt sich um ein vierzehiges Tier und es besitzt Füße oder Pfoten von etwa 8 Zoll Breite (...) Die Spur, die ich fand, war nur wenige Stunden alt, was klar beweist, dass sich das Tier in der Nähe des Ortes aufhält, wo ich erwartet hatte, es zu finden."
Kurze Zeit später bewies das British Museum of Natural History jedoch anhand der Wetherallschen Gipsabgüsse, dass die Spur eindeutig von einem Flußpferd stammte, und vermutlich mit einem damals modernen Flußpferdfuß-Schirmständer erzeugt wurde.

Diese Blamage konnte die Daily Mail nicht auf sich sitzen lassen und veröffentlichte, dass Mr. Wetherall das Tier vom Boot "Penguin" selbst gesehen habe. Es handele sich um eine große Robbe.

Die Times nutzte die Blöße der Konkurrenz und druckte: "Weitgehend durch die Ermutigung ist umgehend eine Expedition unter der erfahrenen Leitung des Großwildjägers Admiral Sir Chauncery Foolenough zum Loch Ness aufgebrochen. Die Expedition schließt Schnellboote, Taucher, Filmgesellschaften, Geologen, Scharfschützen, Archäologen, Zoologen, Paläontologen, Wasserflugzeuge, Jagdgehilfen, Walfänger, Scharlatane, Schiffsjungen und die berühmte Fee Stinkerbelle mit ein.
Ziel der Expedition ist es, den Loch trocken zu legen, Taucher auf seinen Grund zu schicken und dann Wendy (so der Kosename des Monsters) vom Wasserflugzeug aus zu erlegen. Gestern wurden zwei Geologen gebissen. Einer von einem Diplodocus, einer von Seacale, dem Barsoi des Admirals."

Passend zum Alter des Monsters ist übrigens, dass Nessie sich offenbar aufs Altenteil zurückzieht. Bereits 2007 meldete Kryptozoologie-online dass die Nessie-Sichtungszahlen sinken.

Doch die Legende endete eigentlich bereits vor 10 Jahren, als Ulrich Margin belegen konnte, dass das Monster nur eine Erfindung des Illverness Courier war. Trotzdem kann man ja nie ganz sicher sein, und so wünschen wir Nessie "Happy Birthday" oder -falls es sich um ein eierlegendes Tier handelt- "Happy Hatchday".

Schöne Grüße

Tobias
"Je ungewöhnlicher eine Tatsache ist, die zu beweisen ist,
um so eindeutiger muss der Beweis sein, um akzeptiert zu werden."

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Re: Geburtstag eines Kryptides: Nessie wird 80 Jahre

Beitragvon Lutentio » 16.12.2013 20:16

Hallo Tobias,

seit 80 Jahren gibt es jetzt also schon Gerüchte über das Ungeheuer von Loch Ness. Und jedes Jahr kommen Scharen von Touristen. Schon merkwürdig, dass man immer noch keine scharfen Fotos oder andere Beweise für seine Existenz hat, zumal ja eine ganze Population von Ungeheuern im See leben müsste!

Abgesehen davon spricht ja die Geschichte des Lochs dagegen: Loch Ness war in der Eiszeit von Gletschern bedeckt. Wie sollten Meeresreptilien das überlebt haben? Sie könnten also erst nach der Eiszeit eingewandert sein, doch warum ausgerechnet in den Loch Ness? Ganz ausgeschlossen ist es natürlich nicht, dass sie im Ozean überlebten und dann durch den Fluss Ness in den See geschwommen sind.

Grüße
Lutentio
Lutentio
 


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