Die Vika - Kokosnussknacker der Salomonen: entdeckt!

Kryptide, die nicht zur Hominologie oder Dracontologie gehören

Die Vika - Kokosnussknacker der Salomonen: entdeckt!

Beitragvon TasmanischerTiger » 28.09.2017 13:53

Mit großer Freude darf berichtet werden, dass es gelungen ist, ein kryptozoologisches Rätseltier erfolgreich in eine zoologisch anerkannte Spezies zu überführen.
Es war nichts als der blanke Zufall, der ein geheimnisumwittertes Geschöpf, die so genannte Vika von der pazifischen Salomonen-Insel Vangunu enträselte. Die Eingeborenen kannten die Vika als großes, seltenes und scheues Tier, das tief im Wald die Kokousnüsse knackte und die ausgehöhlten Früchte zuweilen als einzige greifbare Spur zurückließ. Ohne jeden weiteren Hinweis auf seine Existenz betrachtete man die Vika allerdings seit der Kolonialzeit als Folklore wie so viele andere Rätseltiere, deren Papierdasein sich über den gesamten Globus erstreckt.
Tyrone Lavery, ein Zoologe vom Fields Museum in Chicago, das unter anderem das berühmte Tyrannosaurier-Fossil "Sue" beherbergt, wurde nun im Jahre 2010 bei einer Exkursion auf die Solomonen auf die Vika aufmerksam gemacht. Unter anderem wurde ihm berichtet, dass auf alten Kokosplantagen um Vangunu herum von einer Art großen, braunen Ratte erzählt werde, die eigentümlicherweise Löcher in die Kokosnüsse nage, um an das Fruchtfleisch zu gelangen.
Lavery's Jagdfieber war geweckt, doch konnte der Vika erstmal nicht mit Lebend- und Photofallen beigekommen werden. Einziges Ergebnis war bis 2011 ein ungewöhnliches Stück Kot, das nicht sicher zu bestimmende Nagetierhaare enthielt. Fürs erste resignierte der Forscher nun und musste sich mit der Nullhypothese arrangieren, dass es sich bei den berüchtigten Nussknackern bloß um fehlgedeutete Hausratten handelte.
Im Jahr 2015 schließlich kam der Zufall zuhilfe und der Holotyp, also das Exemplar, welches zur Beschreibung der neuen Art herhalten musste, fiel wörtlich vom Himmel. Bei Holzfällarbeiten auf Vangunu stürzte eine Vika aus einem gefällten Baum und wurde danach sehr unsanft von den Holzfällern gefangen, infolgedessen die erste wissenschaftlich greifbare Vika auch schon ihr Leben lassen musste. Lavery wurde über das ungewöhnliche, neuartige Nagetier informiert und veröffentlichte jetzt im Journal of Mammology die Erstbeschreibung der Vika, die nun ganz förmlich Uromys vika heißt ( https://academic.oup.com/jmammal/article/doi/10.1093/jmammal/gyx116/4237566/A-new-species-of-giant-rat-Muridae-Uromys-from).
Es handelt sich bei der real existierenden Vika demnach um eine Art aus der Gattung der Mosaikschwanz-Riesenratten, die im australischen und pazifischen Raum verbreitet sind. Das Tier, dessen Größe im Moment nicht sicher angegeben werden kann, da die Überreste des einzigen greifbaren Exemplares nicht vollständig sind, wird wohl bis zu einem Kilogramm schwer. Auch konnte Lavery mittlerweile selbst Nüsse berichten, die die charakteristischen Öffnungsspuren durch die nüsseknackende Vika aufweisen und die exakt dem Gebiss von Uromys vika zugeordnet werden können.
Der einzige Wermutstropfen in dieser erfolgreichen Jagd auf das Rätseltier Vika ist, dass die gerade erst entdeckte Vika schon jetzt als äußert bedroht eingestuft werden muss ob ihrer Seltenheit und der drohenden Zerstörung ihres Lebensraumes. Es ist wohl eine große Gnade, dass es noch möglich gewesen ist, die Art überhaupt zu entdecken bevor sie unerkannt und still und leise ausgestorben wäre und auf diese Weise zur bloß folkloristischen Vika reduziert worden wäre.


Bild
Benutzeravatar
TasmanischerTiger
Administrator
Administrator
 
Beiträge: 74
Registriert: 21.10.2014 01:08
Wohnort: Heidelberg

Zurück zu Kryptozoologie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron