War Nessie wirklich ein Zirkuselefant?

Alles rund um das berühmte schottische Seeungeheuer aus dem Loch Ness.

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War Nessie wirklich ein Zirkuselefant?

Beitragvon Faps » 06.03.2006 17:07

Wenn Rüssel aus dem Wasser ragen

Laut dem Wissenschaftler war die "Nessie"-Legende von Anfang an ein "großartiges Beispiel für Marketing".




Der schottische Paläontologe Neil Clark ist überzeugt: "Nessie", das berühmte Seemonster von Loch Ness, war in Wahrheit nichts anderes als ein Zirkuselefant, der in dem schottischen See südlich der Stadt Inverness ein Bad nahm.

Wenn ein Elefant schwimme, seien nur sein Rüssel und sein Rücken an der Wasseroberfläche zu sehen, begründete Clark seine Behauptung in der britischen "Times" am Montag. Deshalb habe der Elefant leicht mit einem Monster verwechselt werden können.


Untadeliger Ruf als Wissenschaftler


Clark hat es sich mit seiner These nicht leicht gemacht: Zwei Jahre lang arbeitete er daran, dem Mythos von "Nessie" auf den Grund zu gehen. Seine Schlussfolgerungen veröffentlichte er nun in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Open University Geological Society Journal".


Auch ist Clarks Ruf als Wissenschaftler ohne Tadel: Er ist der Kurator der paläontologischen Sammlung des Hunterian Museum, das Teil der Universität von Glasgow ist. Bekannt wurde er durch den Fund von Saurierfußabdrücken auf der Isle of Skye im Jahr 2004.


Millionen-Kopfgeld geboten


Clark kam zum Schluss, dass die Legende von "Nessie" von Anfang an ein "großartiges Beispiel für Marketing" war. Ihr Urheber soll der Zirkusdirektor Bertram Mills sein; die Idee soll ihm eben beim Betrachten seiner badenden Elefanten gekommen sein.


Der Londoner Mills bot als PR-Gag für seinen Zirkus im Jahr 1933 ein Kopfgeld von 20.000 Pfund für das Monster an, nach heutigem Kurs immerhin 1,45 Mio. Euro. Für Mills bedeutete das dennoch kein Risiko, so Clark - er hatte das "Monster" ja im eigenen Zirkus.


"Beweise" stören Clark nicht


Dass es Geschichten über Nessie auch schon vor dem Jahr 1933 gab, weiß auch Clark. Das stört seine These jedoch nicht, gab es in früheren Jahrhunderten doch ungefähr zu jedem tieferen See auch die entsprechende Seeungeheuer-Legende.


Und gerade die angeblichen Beweise für die Existenz des Monsters erhärten Clarks These: Fast alle Zeugenaussagen, verwaschenen Fotos und körnigen Videos konnten im Nachhinein auf Wellen, Treibholz oder einfach plumpe Fälschungen zurückgeführt werden.


Eigenartige Gemeinsamkeiten


Die einzigen Aufnahmen, für die es bis heute keine "natürliche" Erklärung gibt, haben wiederum eines gemeinsam: Sie stammen alle aus dem Jahr 1933 und zeigen, so ist Clark überzeugt, ganz einfach die Elefanten des Zirkus "Olympia" beim Bad in Loch Ness.

Quelle: orf.at

Was haltet Ihr davon?
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Beitragvon crazydwarf » 07.03.2006 07:48

Klingt nach einer durchaus plausiblen Theorie für mich. Der Hals und Kopf auf dem bekannten Nessie-Foto hat wirklich etwas von einem Elefantenrüssel der aus dem Wasser ragt - und ich halte die Existenz von Zirkuselefanten für wahrscheinlicher als die von Plesiosauriern - zumindest in diesem See...
crazydwarf
 

Beitragvon Cronos » 07.03.2006 14:57

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen dass irgend ein Elefant freiwillig stundenlang im kalten Loch Ness herumschwimmt.
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Beitragvon crazydwarf » 07.03.2006 16:54

Das Stichwort ist freiwillig - ich kann mir schon vorstellen das man einen dressierten Zirkuselefanten irgendwie entsprechend motivieren könnte - sind ja recht intelligente Tiere...
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Beitragvon Side23 » 07.03.2006 17:01

Aber wie erklären sich denn die Sichtungen vor 1933?

Dass es Geschichten über Nessie auch schon vor dem Jahr 1933 gab, weiß auch Clark. Das stört seine These jedoch nicht, gab es in früheren Jahrhunderten doch ungefähr zu jedem tieferen See auch die entsprechende Seeungeheuer-Legende.
Oh, der Abschnitt ist mir grad erst aufgefallen :oops: .
Side23
 

Beitragvon Cronos » 07.03.2006 17:33

@crazydwarf: Elefanten baden zwar gerne, aber mit Sicherheit nicht stundenlang in eiskaltem Wasser wie in dem des Loch Ness.
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Beitragvon Marozi » 07.03.2006 18:11

Ich würde gerne mal die kompletten Ausführungen lesen. Vorstellbar, dass sich eine (einige) Sichtungen (z. B. vom anderen Ufer - man darf ja nicht vergessen, dass ein Betreuer schon beim Baden dabei sein muss) hierauf zurückführen lassen wäre es schon. Aber als universelle Erklärung dürfte das kaum herhalten. Nach wie vor, sehe ich U. Magins Ausführungen zum Thema Nessie als schlüssig, nachprüfbar und logischste Lösung.
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Beitragvon Kouprey » 09.03.2006 18:27

Irgendwie kommt mir diese Geschichte bekannt vor...ich glaube, diese Theorie mal in irgendeinem alten Tierbuch für Kinder(!)gelesen zu haben. Werd' mal nachschauen... :lupe:
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Beitragvon Marcus » 09.03.2006 21:57

Hallo ihr alle,

yep, das habe ich auch schon mal gehört: Elefantenrücken plus -rüssel und Rest unter Wasser als Erklärung für Plesiosaurier- und evtl. auch Sauropodensichtungen. Allerdings nicht aus 'nem Kinderbuch; vielleicht hilft's deiner Suche, Kouprey: Ich las davon in Redmond O'Hanlons "Kongofieber", wo es als eine mögliche Erklärung für den Mokélé-mbembé auftaucht. Meine mich dunkel zu erinnern, dass das im Zusammenhang mit der Erwähnung von R. Mackals "A living dinosaur? In search of Mokele-Mbembe" war.
Überzeugend finde ich die Sache als solche allemal; ob auch für Nessie, kann ich nicht beurteilen.
Gruß,
Marcus
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Beitragvon Kouprey » 09.03.2006 22:49

Danke Marcus für den Hinweis; ich habe bei meiner "kleinen" Cousine,der das Buch gehört, nachgesehen: es hieß "Wunderwelt der Säugetiere" und unter der Rubrik "Ist das alles war?" war ein Bild mit dem Titel "Schwimmt da etwas ein Elefanten(rüssel) im Loch Ness?" zu sehen.

Ich halte es mit Cronos: dem armen Elefanten wäre ein stundenlanges Bad im eiskalten See sicher nicht gut bekommen. Im übrigen: hätte da nicht jemand den Elefant zuvor am Ufer gesehen?
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