21 | 11 | 2017
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Champ

Diese prähistorisch anmutende Kreatur lebt den Berichten nach im Lake Champlain, welcher je zu einem Teil in den US-Bundesstaaten New York, Vermont und in der kanadischen Region Quebec liegt. Bei Champ soll es sich um ein plesiosaurierartiges Tier handeln, man zieht allerdings auch die Möglichkeit in Betracht, dass Champs wahre Identität in einem urzeitlichen Wal von schlangenartiger Statur liegt, dem Basilosaurus.
Indianer kannten das Untier im Lake Champlain schon lange vor den ersten weißen Siedlern unter dem Namen „Chaousarou“. 1609 beobachtete der französische Entdecker Samuel de Champlain (um 1567 bis 1635) das Ungeheuer. Der spätere Gouverneur von Kanada besuchte damals als erster Europäer das Gebiet um den See.
1873 wurden Bahnarbeiter der New York & Canada Railroad nahe der nordamerikanischen Stadt Dresden (New York) Zeugen einer riesigen Seeschlange, deren Kopf aus dem Wasser ragte und die Gruppe beobachtete. In der Folgezeit erblickten immer mehr Menschen ein Monster im Lake Champlain.

1883 sah der Sheriff Nathan H. Mooney eine schätzungsweise sechs Meter lange Wasserschlange nahe Cumberland Bay, die ihren etwa eineinhalb Meter langen Hals über die Oberfläche hielt. Fischer beobachteten eine Kreatur mit großen Flossen, die ans Ufer des Gewässers kroch! Ihr Rücken war dunkel, die Bauchseite hingegen heller gezeichnet – die typische Färbung eines Wasserlebewesens. 1945 fing ein Mann ein Wesen von etwa einem Meter Länge, das er für ein „Jungtier“ Champs hielt, nahe der Stadt Burlington im seichten Wasser. Es ähnelte einem Alligator mit einer kurzen Schnauze. Nach Ansicht anderer handelte es sich nur um einen großen Salamander – trotz allem ungewöhnlich für diese Breiten.
Im Juli 1977 schoss die Urlauberin Sandra Mansi im US-Bundesstaat Vermont nahe der kanadischen Grenze ein höchst umstrittenes Foto. Sie und ihr Ehemann erblickten auf dem See etwas, das sie für Hals und Rücken eines Seeungeheuers hielten, und bevor das Monster wieder abtauchen konnte, lichtete sie es mit ihrer Taschenkamera ab. War es das legendäre Monster von Lake Champlain? Das Geschöpf auf dem Bild ähnelt zumindest stark einem prähistorischen Plesiosaurier. Experten halten das Foto für echt, jedoch schlossen Skeptiker einen Schwindel nicht aus, als die Fotografin angab, das Negativ sei verloren gegangen.
Etwa 300 weitere Augenzeugen beschrieben bislang ein derartiges Tier. In den meisten Sichtungsfällen ist von einem langen, schlangenartigen Hals, einem kleinen Kopf und einem buckligen Rücken die Rede. Kryptozoologen halten den Lake Champlain für einen idealen Lebensraum für ein unentdecktes Ungeheuer. Der See ist mehr als 170 Kilometer lang, über 120 Meter tief, beherbergt zahlreiche Fische und wies während der letzten Eiszeit über einen Zeitraum von 1.500 Jahren eine Verbindung zum Atlantischen Ozean auf. Plesiosaurier, urzeitliche Wale oder andere große Wasserlebewesen könnten vor 10.000 bis 11.000 Jahren in den See geschwommen sein und fanden später keinen Weg hinaus. Ihre Nachkommen könnten sich heute in den Tiefen des Gewässers verbergen, heißt es.
Als in den späten 1970er Jahren dem Soziologie-Lehrer Joseph M. Zarzynski auffiel, dass die älteren Angaben seit 1920 weitaus detaillierter ausfielen, schloss er daraus, dass Champ zunehmend von Touristen gestört und vertrieben wurde. Er rief zum Schutz der unbekannten Tiere im See auf, und tatsächlich wurde das Gewässer 1980 für die Öffentlichkeit gesperrt, um die Ruhe für Champ zu gewährleisten. Champ wurde somit das bisher einzige monströse, von der Wissenschaft noch unentdeckte Wesen, das unter dem Schutz des Staates New York stand. Hoffen wir, dass wir noch Gelegenheit haben, intensiver nach ihm zu suchen, bevor es gänzlich verschwindet – oder war es niemals da?