30 | 03 | 2017
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Globster

„Globster" ist ein Begriff, der sich auf den amerikanischen Biologen Ivan Sanderson zurückführen lässt. 1960 fand ein tasmanischer Farmer beim Zusammentreiben seiner Rinder an einem abgelegenen Strand der Westküste eine beinahe kreisrunde, wollartig-behaarte offensichtlich organische Masse von etwa 6 auf 5 1/2 Meter ohne erkennbaren Kopf, Augen oder Knochen. Sanderson widmete diesem an Land geschwemmten „Ding" ein ganzes Kapitel seines 1962 publizierten Buches „Things" und gab diesem die Überschrift „Globster".

Als Synonym für diesen Begriff ist seit mindestens 1988, ausgelöst durch einen ähnlichen Fund auf den Bermudas, auch der Term „Blob" in Gebrauch, der sich wahrscheinlich auf den gleichnamigen Monsterfilm aus den fünfziger Jahren beziehungsweise dessen Remake anspielt, in dem eine gallertartige Kreatur aus dem All ein amerikanisches Dorf angreift.

Entgegen der ursprünglichen Verwendung als Bezeichnung für an Land geschwemmte weißlich-organische und unförmige Massen nutzen viele Autoren den Begriff „Globster" heute aber erweitert, um im Wesentlichen jegliche tierischen Überreste beziehungsweise Kadaver, zu bezeichnen die an Meeresküsten - oder in selteneren Fällen an Fluss- oder Seeufer - angeschwemmt oder gefunden werden und die für die Kryptozoologie von Interesse sind. Damit stellt sich natürlich im Anschluss noch die Frage, wann oder warum sind derartige tierischen Überreste für die Kryptozoologie interessant?

Warum sind „Globster" interessant?

Jede Kultur, die auf irgendeine Art und Weise Zugang zu Gewässern hat oder hatte, besitzt auch entsprechende Quellen über dort lebende seltsame bzw. ungewöhnliche Lebewesen, klassisch zum Beispiel als „Seemonster", „Meeresungeheuer" oder „Flussmonster" bezeichnet, und diese Quellen werden natürlich auch von der Kryptozoologie genutzt auf ihrer Suche nach neuen, wissenschaftlichen unbekannten oder ausgestorben gedachten Tierarten und so weiter. Man weiß natürlich nicht, was tatsächlich hinter einem solchen Kryptiden steckt solange man keine entsprechenden Daten bzw. Beweise gesammelt hat, die auf die eine oder andere Art akzeptiert werden. Ein solcher - geradezu ideal zu nennender - Beweis ist natürlich der entsprechende Kadaver eines See-, Meeres-, oder Flussmonsters, nicht zuletzt da in der Zoologie als Grundlage einer wissenschaftlichen Beschreibung ein sogenannter Holotypus gefordert ist, also ein einzelnes Exemplar einer neuen Tierart. Genauso wäre es natürlich ein Erfolg für die Kryptozoologie, würde man zum Beispiel eine bereits bekannte noch existierende prähistorische Tierart durch eine solche Tierleiche nachweisen können. Die Chancen für die Entdeckung einer neuen Tierart auf diese Art und Weise sind definitiv vorhanden, denn beispielsweise viele Schnabelwalarten wie der Andrew-Schnabelwal (Mesoplodon bowdoini) sind uns auch nur anhand von Kadavern oder angeschwemmten Knochen oder ähnlichen Überresten bekannt. All das sind Gründe, warum Globster interessant für die Kryptozoologie sind.