27 | 05 | 2017
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Hominologie - ein taxonomischer Überblick

Was steckt hinter den zahllosen Hominiden?Ein relevanter und öffentlich vielbeachteter Teil der Kryptozoologie beschäftigt sich mit Berichten von menschen- und affenähnlichen Wesen aus aller Welt. Am bekanntesten sind sicherlich solche Kryptide wie der aus der Himalaya-Region bekannte Yeti (wiewohl dieser Begriff lediglich ein Sammelbegriff für mehrere unterschiedliche Wesen ist), der nordamerikanische Bigfoot, der australische Yowie oder auch der Orang Pendek aus Sumatra. Die große Vielzahl derartiger Wesenheiten aus allen Regionen dieser Welt verlangte, seitdem die "Kryptozoologie" in den fünfziger Jahren erstmals in einer Widmung für Bernard Heuvelmans auftauchte, geradezu nach einer eigenen Fachrichtung.

Doch erst im Jahr 1973, erhielt diese spezielle Fachrichtung auch ihren eigenen Namen. Der russische Wissenschaftler Dmitri Bayanov vom Moskauer Darwin-Museum, der weltweit führende Experte für russische Hominoide, führte für alle derartigen kryptozoologischen Wesen den Begriff "Hominologie" ein. Er leitete ihn vom Namen der taxonomischen Überfamilie "Hominoidae" ab, in der alle menschenartigen Tiere (Menschenaffen und Menschen) zusammengefasst sind. Gleichzeitig erweiterte Bayanov in einer privaten Korrespondenz mit dem Primatologen John Napier die Hominologie, indem er sie richtigerweise als Zweig der Primatologie und somit als Brücke zwischen Zoologie und Anthropologie bezeichnete und dementsprechend alle kryptozoologisch bekannten Tiere der Ordnung "Primates" mit einbezog. Im Laufe der Jahre haben viele Kryptozoologen eine Untergliederung der Hominologie vorgeschlagen oder gleich in ihren Publikationen verwendet.

Carl von Linnè

Die herkömmliche Zoologie erfasste in ihren Anfangsjahren neben vielen mythologischen Fabelwesen auch zahlreiche Berichte von wilden Menschen und menschenähnlichen Affen. Der erste, der versuchte diese Kreaturen zusammenzufassen und in ein wissenschaftliches System einzuordnen war zugleich auch der Erfinder des noch heute benutzten lateinischen Klassifizierungssystems Carl von Linné. Er ordnete die Menschen und menschenähnlichen Affen allesamt der Gattung Homo zu und unterschied im wesentlichen nur nach dem Äußeren oder der Hautfarbe. Homo europaeus (weiße Haut) , H. asiaticus (gelbe Haut), H. americanus (rote Haut), H. afer (schwarze Haut) und H. troglodytes (Orang Utan). Da er den zahlreichen Berichten aus aller Welt Glauben schenkte, benannte er zwei weitere Arten, nämlich H. monstrosus (Riesen und Mutanten) und H. ferus (haarige, vierbeinige Menschen) die im übertragenen Sinne die erste Klassifizierung der Hominologie darstellten.

Ivan T. Sanderson

Der "Urvater" der Kryptozoologie, Freund und Mentor von Bernard Heuvelmans, erfand als erster überhaupt für die damals noch nicht einmal begrifflich bekannte Hominologie ein weitreichendes Klassifizierungssystem. Sanderson veröffentlichte im Jahr 1961 eine der berühmtesten kryptozoologischen Publikationen - "Abominable Snowoman: Legend Come to Life". Im Gegensatz zu den Autoren und Forschern, die sich bis dahin nur mit regionalen Hominoiden beschäftigten, wagte Sanderson der sich selbst schon seit Jahren mit den ABSM’s (Abominable Snowmen) befasste einen globalen Blick über die Situation. Wie nicht anders zu erwarten, stellte er fest das es weltweit hunderte von Namen für diese Kreaturen gab. Allein die große Anzahl der Bezeichnungen bedeutete für den Wissenschaftler natürlich nicht, dass hinter jeder eine einzelne Kreatur steckt, denn verschiedene Größen ließen sich zum Beispiel auch nur auf Variationen innerhalb einer Art zurückführen. Sanderson erkannte ebenso, dass einige ABSM eine große Verbreitung hatten während andere regional sehr eingeschränkt waren. Ebenso bezog er bei der Erstellung seines Klassifikationssystems die verschiedenen Landschaftstypen wie Wüste, Wald, Sumpf usw. ein und versuchte die mehr menschen- von den mehr affenähnlichen Kryptiden zu trennen. Unter all diesen Gesichtspunkten entstanden letztlich vier Zuordnungskategorien:

  1. Als „Sub-Humans“ bezeichnete er die Kategorie in die er die menschenähnlichsten Kryptiden einstufte, die man bislang als Wildmenschen bezeichnete. Zu ihnen zählte er Wesen wie den chinesische Yeren oder die Almas aus Zentralasien. Sanderson sah in den meisten von ihnen schlicht überlebende Neandertaler, in einigen Berichten aber erkannte er auch unbekannte ethnische Gruppen des Homo sapiens.
  2. „Proto-Pigmies“ umfasste alle kleineren Hominiden wie den Orang Pendek, Agogwe, Sehite und Teh-lma. Sanderson ging davon aus, dass diese zu den Menschen gehörten, möglicherweise waren sie sogar die Vorfahren der Pygmäen des zentralafrikanischen Dschungels.
  3. Die Kategorie „Neo-Giants“ klassifizierte riesige Hominide wie Dzu-Teh, Bigfoot oder Mapinguari. In ihnen sah der Kryptozoologe Überlebende der prähistorischen Art Gigantopithecus.
  4. „Sub-Hominids“ die letzte Kategorie, gebrauchte Ivan T. Sanderson für die unbekannten Primatenformen wie Yeti oder Golub-Yavan. Er schlug als generelle Erklärung eine (auch fossil) unbekannte Affenart vor.
Sandersons neuartiges Klassifizierungsystem rief große Begeisterung innerhalb der meisten Kryptozoologen hervor, da er der erste war der derartiges überhaupt getan hatte. Wie in der Naturwissenschaft jedoch üblich, waren natürlich nicht alle so begeistert wie beispielsweise der Anthropologe John Napier. Vor allem die Forscher, die bislang nur eine einzige Art hinter den Berichten sahen, begegneten einer derartigen Aufteilung mit großer Skepsis und Kritik. Der verstorbene Grover S. Krantz, Anthropologe und einer der großen Bigfoot-Experten, sahen keinerlei Indizien dafür das mehr als eine Art haariger Hominoiden existierte und womöglich weltweit derartige Fälle auftraten. Krantz war der festen Überzeugung alle Berichte gingen auf überlebende Gigantopitheciden zurück, mit entsprechender Verbreitung in Asien und Nordamerika.

Myra Shakley

Gut zwanzig Jahre nach Ivan T. Sandersons phänomenaler Erstklassifizierung teilte Myra Shakley in ihrem Buch „Still living?“ die betreffenden Kryptiden neu in drei Kategorien auf.

  1. 1. „Chuchunaas“, menschenähnliche Hominoide aus Sibirien, die nach ihrer Ansicht heute ausgestorben sind
  2. „Sasquatch“ oder „Yeti“ aus Nordamerika, Himalaya, Pamir, Sibirien und China in denen sie wie Grover S. Krantz überlebende Gigantopitheciden sah
  3. „Almas“ aus Kaukasien und der Mongolei, die für Shakley Neandertaler waren
Aus heutiger und damaliger Sicht, sind diese drei Klassen aber leider bei weitem nicht ausreichend. Es blieb somit bei einem kurzen Intermezzo.

Mark A. Hall

1997 veröffentlichte der Hominoidenforscher Mark A. Hall basierend auf dem weitreichenden und weltweiten Datenbestand eine sechs Kategorien umfassende Klassifizierung. Er sammelte und teilte die jeweiligen Berichte dabei nach vier Merkmalstypen auf

  • Charakteristik und Maße der Fußspuren (eines DER Hauptmerkmale, an dem sich alle Hominologen orientieren)
  • Physische Beschreibung der Kryptiden
  • Traditionelle Berichte die den physischen Beschreibungen entsprechen
  • vorhandene Fossilfunde
Derart voneinander getrennt, stellte Mark A. Hall sechs Kategorien auf

  1. Die „Neo-Giants“ haben mit der gleichnamigen Kategorie von Ivan T. Sanderson nur den Namen gemeinsam. Mark A. Hall sammelte alle kleineren riesigen Hominoide mit weniger als 2, 75 Metern Körperhöhe unter diesem Begriff. Ihre Fußspuren gleichen einem Stundenglas mit einer Länge von bis zu 50 Zentimetern. Der Hominoidenforscher sah in diesen Kryptiden robuste Australopitheciden wie beispielsweise Paranthropus.
  2. „True Giants“ sind wie der Name schon sagt, wahrhaftige Riesen mit über drei Meter Körperhöhe. Sie hinterlassen gewöhnlich vierzehige Fußabdrücke und umfassen Hominoide wie den Orang Gadang, den Big Grey Man oder den Gilyuk. Mark A. Hall sieht in ihnen überlebende Gigantophiteciden.
  3. Die „Yetis“ beinhalten nicht nur den bekanntesten und ältesten Kryptiden aus dem Himalaya, sondern auch die 1,5 bis 1,8 Meter großen Wesen, deren Spuren einen affenähnlich nach außen weisenden großen Zeh aufweisen.
  4. „Taller-Hominids“, die vierte Kategorie, enthält Hominoide wie den Homo sapiens rhodesiensis oder Homo gardarensis auf die unter 2, 13 Meter groß sind. Ihre Spuren sind schmal, kurvenförmig und bis zu 36 Zentimeter lang, die einzelnen Zehen sind gespreizt.
  5. „Shorter-Hominids“ sind für Hall haarige Neandertaler und damit solche Kryptide wie Nakani oder Gul. Sie sind bis zu 1, 50 Meter groß und weisen Spuren mit einer Länge zwischen 17 und 38 Zentimetern auf. Der große Zeh weist nach außen, während alle Zehen jedoch in etwa dieselbe Größe aufweisen und gespreizt sind.
  6. „Little People“ sind immer unter 1, 50 Meter klein und weisen Spuren mit ungleich langen Zehen auf, die sich trotz ihrer geringen Größe deutlich von Kinderfußspuren unterscheiden.
Noch im selben Jahr teilte Mark A. Hall seine fünfte Kategorie, die „Shorter Hominids“ auf und bildete aus einigen der bislang hier eingeteilten Kryptiden eine neue Kategorie, so dass seine Klassifizierung letztlich über sieben Kategorien verfügte.

  1. Den Begriff „Least Hominids“ verwendete er für den weniger intelligenten und primitiveren Homo erectus. Überlebende dieser Spezies könnten nach Hall’s Meinung die Almas oder der Barmanu sein. Sie sind 1, 54 bis 1, 85 Meter groß und hinterlassen Spuren von 25 Zentimetern Länge.
Loren Coleman und Patrick Huyghe

Der bekannte Kryptozoologe und führende Bigfoot-Forscher Loren Coleman veröffentlichte 1999 zusammen mit Patrick Huyghe den "Field Guide to Bigfoot, Yeti, and Other Mystery Primates Worldwide". Die beiden Autoren verwendeten ein neues Klassifizierungssystem, dass jedoch auf den bisherigen basierte. Coleman und Huyghe teilten die hominologischen Kryptide in insgesamt neun Kategorien ein, denen aufgrund der ausführlichen und aktuellen Informationen das Hauptaugenmerk dieses Artikels gelten soll:

  1. Ohne Änderung übernahmen die beiden die "Neo-Giants" von Mark A. Hall. Mit einer Körperhöhe von 1,82 bis zu 2,74 Meter und einem fassförmigen Körper ohne direkt erkennbaren Hals, stellen die Vertreter dieser Kategorie das Urbild von Bigfoot u. ä. dar. Der Kopf ist relativ klein und konisch zulaufend, die Augenbrauenwülste über den kleinen, runden Augen sind stark ausgeprägt. Das Gesicht ist, als Altersmerkmal erkennbar, bei den jüngeren Individuen heller als bei älteren. Die Behaarung ist recht zottig, weist jedoch keinen Unterschied zwischen Körper- und Haupthaar auf und variiert zwischen rötlichbraun über schwarz bis hin zu einem leichten silbrig wie man das von älteren Gorillamännchen kennt. Der fünfzehige Fuß von "Neo-Giants" ist stundenglasförmig mit einer Breite zwischen 10,16 und 22,86 Zentimeter sowie einer Länge zwischen 29,8 und 50,8 Zentimetern. Typisch für diese Hominoiden ist ein Fußpolster etwa in der Mitte der Fußkontur, dass der Oberfläche zwei aneinandergelegter Bälle gleicht. Die "Neo-Giants" sind durchweg nachtaktiv, tragen keinerlei Kleidung oder Geräte und meiden den offenen Kontakt zum Menschen, wobei nach den Berichten jedoch eine Tendenz dazu besteht gelegentlich Menschen zu entführen (hauptsächlich Frauen). Reine Fleischfresser scheinen sie jedoch nicht zu sein, sie ernähren sich überwiegend von Waldfrüchten, gelegentlich von kleineren Säugetieren oder Fischen. Sie übernachten in nestähnlichen Gebilden in Bäumen oder auf dem Boden und in Höhlen.
    Bekanntester Vertreter dieser Gruppe ist natürlich Bigfoot. Während der Primatologe W. C. Osman Hill für ihre taxonomische Bestimmung den Namen Nearctic chionanthropus wählte, sah der Antrophologe Grover T. Krantz anhand der Fußspuren einen überlebenden Gigantophitecus blacki bzw. benannte sie bei einer eigenständigen Art G. canadensis. Hätte sich herausgestellt, dass es sich bei Bigfoot um eine völlig neue Gattung handeln würde, gab Krantz dieser den Namen Gigantoanthropus. Gordon Strasenburgh sah im Bigfoot hingegen einen überlebenden Paranthropus und gab dem westpazifischen Bigfoot den Namen Paranthropus elldurreli. Loren Coleman und Patrick Hugyhe favorisieren anhand der Daten und der aktuellen Erkenntnisse Paranthropus als wahrscheinlicheren Kandidaten.
  2. Gleichfalls ohne Änderungen von Mark A. Hall übernommen wurde die Kategorie "True Giants". Seit Beginn der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, erwies sich für die Kryptozoologen dass es noch größere Wesen als Bigfoot geben musste. Einer der ersten, der dies anhand der Berichte erkannte war John Green, doch erst Mark A. Hall gab ihnen einen Klassifizierungsnamen. Mit einer Körperhöhe zwischen 3,48 und 6,10 Metern sind diese Kryptide wahrhaftige Riesen. Ihr Fell ist rot- bis dunkelbraun, am Kopf länger und an den Armen kürzer als am restlichen Körper. Ihr Gesicht ist flach und ihnen fehlt noch stärker als bei den "Neo Giants" ein erkennbarer Übergang zwischen Körper und Kopf. Die Hände gleichen riesigen Schaufeln, die Füße sind über 25,4 Zentimter breit und länger als 53,4 Zentimeter mit vier Zehen. Die vorwiegend nachtaktiven "True Giants" tragen gelegentlich primitivste Kleidung und benutzen Steinwaffen. Nach den Berichten schlafen sie in Mulden, die sie sich in Höhlen angelegt haben. Mark A. Hall hält diese Kryptide wie Gilyuk, Chenoo, Nyalmo oder Ferla mohr für überlebende, weit größere und aufrecht gehende Gigantophiteciden.
  3. Die "Marked Hominids" sind Halls umbenannte "Taller Hominids", große aufrechtgehende und behaarte Hominide der subpolaren Regionen. Benannt wurde diese Kategorie nach dem russischen "Marked Hominid" namens Mecheney ("Marked One"), von dem die Kryptozoologin Maya Bayanow berichtete. Ihre Körperbehaarung ist bis auf das Haupthaar kurz, von brauner oder schwarzer Farbe, wobei die Fellfärbung dabei von zweitonigen bunten Färbungen mit hellem Haupthaar bis hin zu eher albinoartiger Färbung reicht. Obwohl sie im wesentlichen menschenähnlich aussehen, weist das Gesicht von männlichen "Marked Hominids" eine Behaarung auf, die sich in einem von den Augen an abwärts gewachsenen Bart äußert. Oft mit den "Neo-Giants" verwechselt, sind die "Marked Hominids" mit 2,14 Metern durchweg kleiner und von menschenähnlicherem Aussehen. Sie weisen kompakte, kräftige Körper mit einer gut erkennbaren Bein- und Halsmuskulatur auf. Ihre Arme reichen nicht über die Knie hinaus, sie haben ein flaches Gesäß und sichtbare Genetalien. Der Fuß ist zwischen 25,4 und 36,8 Zentimetern lang bei einer Breite zwischen 7,6 und 12,4 Zentimetern mit einer kurvigen, engen Kontur. Der Körper läßt keinen Hals erkennen, das rundliche Gesicht verfügt über relativ große Augen. Die nachtaktiven "Marked Hominids" tragen manchmal primitive Kleidung und riechen generell äußerst schlecht. Sie leben bevorzugt in Gruppen, sind jedoch keineswegs so intelligent wie die menschlichen Ureinwohner der jeweiligen Region. Dennoch handeln und kommunizieren sie nonverbal mit ihnen, stehlen sogar materielles und tierisches Hab und Gut. Die bevorzugte Ernährung der "Marked Hominids" scheinen größere Säugetiere sowie Pflanzen zu sein. Nachdem der Antrophologe F. C. C. Hansen 1926 den Fund eines grönlandischen Schädels des Homo gardarensis bekannt gab, war auch ein geeigneter Kandidat für die Existenz der "Marked Hominids" gefunden.
  4. Zahlreiche Hominologen haben immer wieder theoretisiert, dass es noch überlebende und versteckte Populationen von Neandertalern geben könnte. Daher wurde die vierte Kategorie auch passenderweise "Neandertaloids" getauft. In der Regel sind diese 1,82 Meter groß mit einem stämmigen, muskulösem Körper. Dieser ist mit rötlichen Haaren bedeckt, das Gesicht der männlichen Exemplare ist ebenfalls behaart. Alle "Neandertaloids" verfügen über hervorstehende Augenbrauenknochen und eine breite, flache Nase. Die fünfzehigen Füße sind zwischen 17,78 und 38 Zentimeter lang und zwischen 10,16 und 20,32 Zentimeter breit. Der große Zeh weist leicht nach außen, genau wie fossile Neandertalfußspuren. Sie bewohnen vorwiegend Höhlen und sind recht scheu, meiden den Kontakt zum Menschen, auch wenn sie (vielleicht als Zeichen ihrer Intelligenz) außerordentlich neugierig sind. Die "Neandertaloids" tragen primitive Kleidung und verwenden gelegentlich auch höherwertige Waffen wie Äxte, Speere und Bögen.
  5. "Erectus Hominids". In dieser Kategorie, die beispielsweise Almas, Barmanu oder Yeren enthält, haben Coleman und Huyghe die oftmals mit den Neandertalern verwechselten Hominide zusammengefasst. Sie sind etwa 1,86 Meter groß und gleichen dem Homo sapiens, wobei der Brustkasten aber deutlich stärker erscheint. Das Haupthaar ist länger als die restliche Körperbehaarung, die von spärlich bis voller Behaarung variiert. Besonderes Merkmal des generell leicht mongoloide erscheinenden Gesichtes ist eine aufwärts geschwungene Nase. Der fünfzehige Fuß gleicht einem leicht vergrößertem menschlichen. Was die "Erectus Hominids" ungewöhnlich macht und ein direktes Kennzeichen für sie ist (sofern man es denn überhaupt entdeckt) die äußerst seltsame Schlafposition. So sollen sie mit den Knien und den Ellbogen unter dem Körper und mit den Händen im Nacken schlafen. Ivan T. Sanderson und Mark A. Hall haben dazu angemerkt, dass diese charakteristische Ruheposition eine starke Verdickung an den entsprechenden Stellen des Knies, Ellbogens und der Hand hervorrufen muss, die bei den Individuen im asiatischen Raum tatsächlich aus Abdrücken erkennbar ist. Die wenig intelligenten "Erect Hominids" ernähren sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren, tragen äußerst selten primitive Kleidungsstücke oder Waffen und weisen einen äußerst starken Eigengeruch auf.
  6. Die "Proto-Pygmies" wie Agogwe, Sedapa oder Shiru sind eine Kombination von Mark A. Halls recht unglücklich benannten "Little People" und Sandersons "Proto-Pigmies". Diese zugleich menschenähnlich und doch nicht menschenähnlich aussehenden kleinsten Hominiden erreichen niemals eine Größe über 1,67 Meter. Die schlanken Wesen haben ein schwarzes bis rötliches Fell, dass sich farblich von den mähnenartigen Haupthaaren unterscheidet. Ihr Gesicht erscheint nach den Angaben der Augenzeugen seltsam "alt", zugleich menschlich und doch wieder nicht. Die "Proto-Pygmies" haben kleine Füße die nicht länger als 12,7 Zentimeter sind, eine spitze Ferse und fünf Zehen die eine unregelmäßige Linie bilden. Die nachtaktiven und geselligen Kreaturen sind schnell, äußerst aufmerksam und stets auf Vorsicht bedacht. Ihre Ernährung bilden kleinere Säuger, Insekten und Fische aber auch Beeren oder Früchte. Sie tragen selten primitive Kleidung oder Waffen und verfügen über eine rudimentäre akustische Verständigungsform. Die Erklärungstheorien für die Identifikation der "Proto-Pygmies" reichen von "Baby-Bigfoots" über Homo erectus bis hin zu Australopitheciden oder unbekannten pygmäenartigen Homo sapiens.
  7. Die Kategorie "Unknown Pongids" ist die Entsprechung der Hominologie zu den nichtmenschlichen Menschenaffen (Schimpansen, Bonobos, Gorillas, Orang-Utan). Die Vertreter dieser Gruppe wie Kikomba oder Apamandi haben eine Körperhöhe zwischen 1,52 und 1,82 Meter, im Extremfall auch bis zu 2,40 Metern. Ihr Körper ist naturgemäß stärker und robuster als der menschliche mit langen Armen und kurzen Beinen. Charakteristisch ist der konisch zulaufende Kopf und der kaum sichtbare, muskulöse Hals. Einige Berichte sprechen von einem haarlosen, schwarzen Gesicht mit eingedrückter Nase, typischen karnivoren Fangzähnen und hervorstehenden Augenbrauenknochen. Während manchmal von teilweiser Haarlosigkeit berichtet wird (ähnlich wie bei den Schimpansen), ist das von schwarz bis dunkelbraun oder rötlich reichende Fell im Normalfall zottig und bedeckt den ganzen Körper. Die typisch affenähnlichen Füße sind zwischen 16,5 und 29,2 Zentimeter breit und zwischen 24,3 und 44,5 Zentimeter lang. Die nachtaktiven, nestbauenden "Unknown Pongids" gehen sowohl aufrecht als auch auf allen vieren, ihre Nahrungsgewohnheiten gleichen im wesentlichen den "Proto-Pymgies", wobei aber auch größere Beutetiere auf dem Plan stehen. Im Verhalten gegenüber Menschen zeigen sie des öfteren aggressiveres Auftreten und Drohgebärden. Während am Anfang diese Gruppe einfach nur als "junge Yetis" angesehen wurde, ist heute die Theorie von überlebenden Dryopitheciden weitgehend akzeptiert.
  8. Die achte Kategorie sind schlichtweg "Giant Monkeys", mit einer Körperhöhe zwischen 1,28 und 1,82 Meter, einem stämmigen Körperbau, kräftigen Beinen und buschigen Schwänzen. Ihr Gesicht wird oftmals als hunde- oder pavianähnlich, mit schwarzen Knopfaugen und spitzen Ohren beschrieben. Ihr Fell reicht von kurz bis hin zu zottig, mit einer Färbung von schwarz bis rötlich. Ihre Füße sind mit 30,48 bis zu 38,1 Zentimeter relativ groß und flach, verengen sich im Laufe ihres Lebens aber. Sie besitzen drei runde Zehen, mit deutlichem Abstand zueinander. "Giant Monkeys" treten durchaus aggressiv gegenüber Menschen und Hunden auf, sind jedoch allgemein eher scheu und versuchen Kontakt zu vermeiden. Sie bevorzugen Nester als Schlafgelegenheit, sind jedoch auch verlassenen menschlichen Behausungen gegenüber durchaus aufgeschlossen. Ihre Ernährung wird überwiegend von Früchten und Pflanzen bestimmt, gelegentlich jedoch auch von tierischer Nahrung. Je nach Region, liegen auch unterschiedliche Theorien für "Giant Monkeys" vor.
  9. Die letzte Kategorie von Coleman und Huyghe ist zugleich wohl auch die ungewöhnlichste und zugleich doch die älteste überhaupt. "Merbeings" oder auch Wasserkreaturen kommen in zwei Varianten vor, die sich nach ihrem bevorzugten Aufenthaltsbereich richten. Die marine Variante verfügt meist über flossenartige Auswüchse, während die Frischwasservariante über einen charakteristisch winkligen Fuß mit hohem Spann verfügt. Die marine Art hat glatte Haut und kurzes Fell während die Frischwasserart "fleckenartig" Fell aufweist. Beide Varianten weisen ein Größenspektrum zwischen zwergenhaft und menschengroß auf, ihre Körper sind muskulös und die Augen sind oval- bzw. halbmondförmig. „Merbeings“ besitzen oft mähnenartiges Haupthaar, während einigen Individuen ganz die Behaarung fehlt. Interessanterweise sind die Frischwasserbewohner weitaus aggressiver, gefährlicher und verbringen auch mehr Zeit an Land. Zudem besitzten sie häufig auch eine Stachelreihe entlang des Rückgrats (ähnlich wie der rezenten Potto).
Die Geschichte der hominologischen Klassifizierung ist wie ersichtlich überaus komplex. Wie die gesamte Naturwissenschaft und die Primatologie hat sie im Laufe der Jahre oftmals ihr komplettes Angesicht gewechselt und zugleich deutlich gemacht, dass es eben nicht nur "Bigfoot" oder "Yeti" sind die die Hominologie ausmachen. Wir dürfen gespannt sein, welche Entwicklungen sie noch durchläuft und auf die Bestätigung für die Hominologie überhaupt - den zweifelsfreien Beweis für einen Hominoiden und dessen Einreihung in die taxonomische Welt der Zoologie.

Quellennachweis:
  • Loren Coleman und Jerome Clark: "Cryptozoology A to Z" (1999)
  • Loren Coleman und Patrick Huyghe: "The Field Guide to Bigfoot, Yeti and other mystery primates worldwide" (1999)
  • Ivan T. Sanderson: "Abominable Snowmen" (1961)