23 | 10 | 2017
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Bernard Heuvelmans - Maitre de la Cryptozoologie

Dr. Bernard Heuvelmans wurde am 10. Oktober 1916 in der nordfranzösischen Stadt Le Havre geboren. Der belgisch–französische Zoologe, der sein Leben der Suche nach verborgenen1 Tieren widmete und damit die Kryptozoologie im modernen Sinne begründete, publizierte verschiedenste Bücher und Artikel in diesem Bereich, aber auch zur Jazzmusik und solche mit philosophisch-wissenschaftlichem Inhalt2. Sein Lebensziel war es, diese verborgenen Tiere zu suchen und die Anerkennung beziehungsweise gezielte Anwendung seiner Suchmethodik zu erreichen.

Bernard Heuvelmans wurde als Sohn eines belgischen Richters im Exil und einer holländischen Mutter geboren3. Durch die Geburt auf französischem Boden bekam er die französische Staatsangehörigkeit zugesprochen, durch die belgische Nationalität seines Vaters erhielt er aber ebenfalls die belgische und wurde auch im Bewusstsein ein „Sohn Belgiens“ zu sein erzogen.
In seiner Kindheit während der zwanziger Jahre besuchte er in den Schulferien oft seine Großeltern in Antwerpen, wo er dann fast täglich im Zoo anzutreffen war. Dort fertigte er auch seine ersten Tierzeichnungen an und bekundete damit sein Interesse an der Natur und der Zoologie im speziellen. Seinen christlichen Religionslehrer schockierte er damals mit seinem großen und „unheiligen“ Wissen über Evolution und Jazz. Als Jugendlicher gründete Heuvelmans dann auch eine eigene Jazz-Band namens „Bib Heuvelmans et les hot Swings“, was ihm den Spitznamen „Bib“ einbrachte unter dem er auch als Erwachsener noch jedem bekannt war.

 

Heuvelmans (rechts) mit F. de Sarre, Ile du Levant (© F. d. Sarre)

1939 schrieb er im Alter von 23 Jahren eine Studie über die bis dahin unklassifizierte Zahnstruktur des südafrikanischen Erdferkels (Orycteropus afer) an der freien Universität in Brüssel (Universite Libre de Bruxelles) und erhielt die Doktorwürde der Zoologie. Erneut zeigte sich in diesem Lebensabschnitt auch seine große Liebe zum Jazz, er gewann den ersten Preis für kleine Bands bei einem internationalen Kongress von Amateur-Musikern. Die nächsten Jahre verbrachte er als Autor über die Geschichte der Wissenschaft und publizierte viele wissenschaftliche Artikel, unter anderem im „Bulletin of the Royal Museum of Natural History of Belgium“.
Heuvelmans kam wie viele andere beim Ausbruch des zweiten Weltkrieges zum Militär, wo er während der Invasion Belgiens in deutsche Kriegsgefangenschaft geriet4. Nach seiner Freilassung begann er ein Leben als Jazzsinger, dann jedoch wie zuvor bereits als wissenschaftlicher Autor (u. a. als zoologischer Konsultant beim Magazin („Sciences et Avenir“), suchte und fand die Freundschaft zu Persönlichkeiten des Jazz wie Josephine Baker oder Louis Armstrong. Ab 19475 lebte er fast ausschließlich nahe Paris, im Departement Var auf der Insel Le Levant in Südostfrankreich, als Komödiant, Jazzmusiker (in diese Zeit fällt sein Buch „De la Bamboula au Be-Bop: Esquisse de l'évolution de la musique de Jazz“, 1951) und natürlich Autor („Le Secret des Parques“, 1951 - 1953).

Zunehmend steigerte sich seine Wissbegierde an allem, was ihm innerhalb der Zoologie ungewöhnlich oder mysteriös erschien. Dieses Interesse wurde bereits in seiner Jugend durch fiktionale Abenteuerromane wie „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ („Twenty Thousand Leagues Under the Sea“) von Jules Verne oder „Die verlorene Welt“ („The Lost World“) von Sir Arthuer Conan Doyle begründet. So fasste er schließlich den Entschluss, seine vage, unfokussierte Begeisterung in festere Bahnen zu lenken und systematisch Berichte und Zeitungsartikel über alles zu sammeln, was aus dem Rahmen der üblichen Zoologie fiel. Der Wendepunkt in seinem Leben kam am 03.01.1948 in Form eines Artikel des Zoologen Ivan T. Sanderson in der Saturday Evening Post, der sich mit möglicherweise überlebenden Dinosauriern im Kongo („There could be Dinosaurs…“) beschäftigte. In diesem Moment kam ihm der Gedanke, ein ganzes Buch über derartige unbekannte Tiere zu schreiben wie er später seinem Freund, dem französischen Ichthyologen Francois de Sarre, erzählte. Heuvelmans schreibt: „In den 1950ziger Jahren war ich ein zorniger junger Zoologe, ungehalten über die Ächtung aufgezwängt durch die offizielle Wissenschaft – wir würden heute sagen, des wissenschaftlichen Establishments – der Tiere, die nur durch Berichte einzelner Reisender oder durch oft fantastische einheimische Legenden oder einfach durch simple aber mysteriöse Fußabdrücke oder durch Erzählungen über manchmal blutige Angriffe oder durch traditionelle Bilder oder nur durch einige vielseitige Fotos, bekannt sind.

Zwei Bücher der Reihe Bêtes ignorées du mondeÜber fünf Jahre hinweg suchte er Material in wissenschaftlichen und literarischen Quellen zusammen und publizierte letztlich 1955 „Sur la Piste des Betes Ignorees“ in einer französischsprachigen Ausgabe in zwei Bänden. Der 1. Band des Buches, das sich ausschließlich mit terrestrisch lebenden, verborgenen Tieren beschäftigt, berichtet über solche in Süd-Ostasien und Ozeanien, der 2. Band über solche in Afrika, Amerika und Sibirien.

Das Buch wurde sofort zu einem Bestseller und viel diskutiertem Werk innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. „Ich versuchte es nach den Regeln der wissenschaftlichen Dokumentation zu schreiben,“ erläuterte Heuvelmans 1984. Er musste jedoch seine gesamten Forschungen selber finanzieren, da ihn aufgrund der unorthodoxen Natur seiner Interessen keine Universität unterstützte. „Deshalb musste ich meine Bücher immer für die größtmöglichste Leserschaft faszinierend machen“, so Heuvelmans über den Erfolg und die Beliebtheit seines Buches. 1958 wurde es ins Englische („On the track of unknown animals“) übersetzt, mehr als eine Million Exemplare wurden weltweit in über 20 Sprachen verkauft. Darunter japanisch, spanisch, polnisch, russisch, latvenisch serbokroatisch und slowenisch - bedauerlicherweise wurde die deutsche Übersetzung niemals veröffentlicht6. Die Wirkung von „Sur la Piste des Betes Ignorees“ und der späteren englischen Übersetzung war also außerordentlich. Ein Kritiker bemerkte damals: „Weil seine Forschung auf einer strengen Widmung der wissenschaftlichen Methode und Lehre und seinem Hintergrund als Zoologe basiert, sind Heuvelmans Feststellungen durch die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft respektiert“. Es gab und gibt jedoch auch kritische Stimmen, die Heuvelmans vorwarfen, die Berichte zu leichtgläubig aufzunehmen.

Das Buch erwies sich als regelrechte Initialzündung und inspirierte zum Beispiel den bekannten Geschäftsmann und begeisterten Amateurforscher Thomas „Tom“ Baker Slick eine Expedition zur Findung des Schneemenschen im Himalaya durchzuführen7, es war Grundlage für die Gründung einer internationalen, kryptozoologischen Organisation im Jahr 19828 sowie für zahlreiche Expeditionen von Forschern und Laienforschern in den Kongo, nach Südchina und viele Orte mehr und gilt noch heute als Standardwerk für Kryptozoologen. Es brachte Bernard Heuvelmans genug Geld ein, sein restliches Leben seiner speziellen Suche nach unbekannten Tieren zu widmen, obwohl er im Laufe der Jahre auch immer wieder andere zoologische Themen, wie beispielsweise die Initiale Bipedie anschnitt. Seit den sechziger Jahren engagierte sich Heuvelmans auch in den Medien wie zum Beispiel im Fernsehen mit der Sendung „Sherlock au Zoo“ (sinngemäß etwa: Sherlock Holmes im zoologischen Garten) oder mit „Les Coulisses de l’Arche de Noé“ im Radio.

Heuvelmans-Biografie und Buch über kryptide Katzen1959 wurde der Begriff „Kryptozoologie“, den Heuvelmans zuvor nur in privaten Korrespondenzen benutzte, zum ersten Mal nachweislich in dem Heuvelmans gewidmeten Buch „Géographie cynégétique du monde“ vom Chefinspektor der französischen Übersee-Territorien Lucien Blancou über Canidae (Hundeartige) gebraucht: „Heuvelmans, Maitre de la Cryptozoologie“ (Lehrer/Meister der Kryptozoologie). Dieser Ehrentitel wurde später von der kryptozoologischen Gemeinschaft erhöht zum „Vater der Kryptozoologie“, wobei dies historisch natürlich nur im übertragenen Sinn durch seine herausragenden Leistungen so geschah9. Kryptozoologie setzt sich aus den drei altgriechischen Wörtern kryptos = verborgen, zoon = Tiere und logia = Lehre zusammen und wurde nach den Angaben von Bernard Heuvelmans von seinem geistigen Mentor Ivan T. Sanderson erdacht10. In Anlehnung an diesen Begriff wurde auch das Wort Kryptid (Plural: Kryptiden), für die Tiere, mit denen sich die Kryptozoologie beschäftigt, geprägt und von Heuvelmans übernommen.

1975 gründete er ein Zentrum für Kryptozoologie in Le Bugue11, Südwestfrankreich, welches später nach Le Vesinet in der Nähe von Paris umzog und bis zu seinem Tod die große private Bibliothek sowie seine komplette Datensammlung beherbergte.
Als es 1982 auf Betreiben des Biologen Roy P. Mackal und des Ökologen J. Richard Greenwell darum ging, eine internationale Vereinigung für die Kryptozoologie zu gründen, die Expeditionen unterstützt und Publikationen zum Themengebiet herausgibt, wurde der Begriff natürlich mit in die Namensgebung einbezogen. So wurde in Washington D.C. die International Society of Cryptozoology (ISC) gegründet, die jährlich das Magazin „Cryptozoology“ herausgab und vierteljährlich den „ISC-Newsletter“. Bernard Heuvelmans wurde zum ersten Präsidenten gewählt und blieb in dieser Funktion Zeit seines Lebens, Roy P. Mackal wurde zum Vize-Präsidenten und Richard J. Greenwell zum geschäftsführenden Sekretär und Redakteur gewählt. In ihrer Blütezeit zählte die ISC rund 850 Mitglieder, davon eine Vielzahl studierter Zoologen, Anthropologen und Biologen aus zahlreichen Ländern wie Belgien, Bulgarien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Südafrika, der damaligen USSR oder den USA. Nach jahrelanger Inaktivität und dem Tod wichtiger Mitglieder wie Bernard Heuvelmans selbst oder Grover Krantz ist sie heute de facto aufgelöst12. Von ihrem Beispiel beeindruckt tauchen jedoch seit vielen Jahren weltweit andere Organisationen, Vereine und Forschungszentren auf, die sich mit Kryptozoologie beschäftigen – jedoch mit unterschiedlichem Erfolg und Seriösität und keine davon mit dem einstigen Führungsanspruch der ISC.
Da im Laufe der Jahre immer mehr die eigentliche Bedeutung der Kryptozoologie durch verschiedene Faktoren ins Negative gesetzt wurde und die Jagd nach Monstern immer größere Aufmerksamkeit erregte, stellte Heuvelmans 1988 in „Cryptozoology“, was die Anforderungen und die kryptozoologische Forschung angeht, klar: „Verborgene Tiere, mit denen die Kryptozoologie beschäftigt ist, sind per Definition zu diesem Zeitpunkt nur sehr unvollständig bekannt. Um mehr Referenz zu erhalten, müssen sie dokumentiert werden so vorsichtig und erschöpfend wie möglich. Kryptozoologische Forschung erfordert deshalb nicht nur eine gründliche Beherrschung der meisten zoologischen Wissenschaften, darin natürlich enthalten physische Anthropologie, sondern auch ein bestimmtes Training in solch fremden Wissensgebieten wie Mythologie, Linguistik, Archäologie und Geschichte. Sie wird konsequenterweise zu Büchereien, Nachrichtenarchiven regionalen Archiven, Museen, Kunstgalerien, Laboratorien und zoologischen Parks führen als ins Feld!

Kündigte Bernard Heuvelmans noch 1984 in einem Interview noch den Wunsch an, eine zwanzigbändige kryptozoologische Enzyklopädie zu veröffentlichen13, zog er sich seit den neunziger Jahren aufgrund seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung immer mehr zurück.
1997 sollte er in Hamburg mit den Gabriel Peters Preis – Fantastische Wissenschaft - für sein Lebenswerk geehrt werden. Diesen Preis konnte er selbst leider nicht mehr persönlich entgegennehmen, an Stelle von ihm erschien stellvertretend sein guter Freund Hermann Reichenbaum um den Preis entgegenzunehmen.
Am 27. und 28. März 1999 fand in Rom der große Kryptozoologie-Kongress „Sulla pista degli animali misteriosi“ statt, der von Professor Franco Tassi veranstaltet wurde und von der Gruppo Cryptozoologia Italia ausgerichtet wurde. Zum ersten Mal trafen sich hier Kryptozoologen aus der ganze Welt auf europäischem Boden. Auf Grund seines Gesundheitszustandes konnte Heuvelmans auch hier nicht anwesend sein.
Kurz vor der Jahrhundertwende 1999 stiftete er, wie bereits 1987 von ihm angekündigt, seine Sammlung dem Schweizer Zoologischen Museum Lausanne (Musée Cantonal de Zoologie Lausanne). Am 12. Oktober 1999 wurde dort zu Ehren von Dr. Bernard Heuvelmans das „Bernard Heuvelmans Department of Cryptozoology“ eröffnet mit einer Ausstellung, die mehr als 25.000 Berichte in 100 Archivboxen, 1000 Bücher, 12.000 Dias, rund 25.000 Fotos oder Illustrationen, diverse kryptozoologische Magazinsammlungen, 12 Gemälde seiner geschiedenen Frau Alika Lindbergh14 sowie anatomische Fragmente von (kryptiden) Tieren (Stoßzähne eines Zwergelefanten, Gipsabdrücke von Sasquatch-Fußspuren usw.) enthält. Heute kann jeder interessierte Wissenschaftler nach Absprache mit dem Museum diese Sammlung einsehen. Sie ist das Resultat jahrelanger Reisen (Afrika, Europa, Amerika und Indonesien) und dem systematischen Archivieren von Berichten, dem Heuvelmans Zeit seines Lebens nachging. Am 24.08.2001 informierte das Zoologische Museum Lausanne weltweit Kryptozoologen über den Tod von Dr. Bernard Heuvelmans, der am 22. August 2001 im Alter von 84 Jahren um die Mittagszeit herum in seinem Bett an Herzversagen starb. Der gläubige Buddhist wurde am 27.08.2001 in einer kleinen privaten Zeremonie in Le Vesinet beigesetzt.

Heuvelmans 1995 in seinem Arbeitszimmer in Le Vesinet (© F. de Sarre)

Dr. Bernard Heuvelmans legte den Grundstein für die moderne, eigenständige Methodik der Kryptozoologie. Systematisch sammelte er Daten über Berichte von unbekannten, verborgenen Tieren und analysierte diese. Zum Zeitpunkt seines Todes bestand die persönliche Bibliothek und Sammlung aus über 60.000 verschiedensten Dokumenten. Er veröffentlichte über 10 Bücher mit kryptozoologischem Inhalt, es existieren zahlreiche weitere unveröffentlichte Werke. Mit seinem Wirken strebte Heuvelmans an, die Kryptozoologie als bewusst wahrgenommene Teildisziplin der Zoologie zu etablieren und unter Zuhilfenahme dieser spezialisierten Methode verborgene Tierarten zu entdecken. Er wandte unabdingbar sein Fachwissen als Doktor der Zoologie zur Aufstellung seiner Theorien an, die wie andere auch nicht immer ohne Kritik blieben und sich im Laufe der Zeit naturgemäß auch nicht alle als haltbar erwiesen, und betrachtete jegliche Dokumente mit größter Sorgfalt, Skepsis und Genauigkeit.
Die Kryptozoologie ist, trotz ihres eigenständigen und interdisziplinären Charakters, im Sinne von Bernard Heuvelmans und per Definition fest innerhalb der Naturwissenschaften eingebettet, ein Teilgebiet der Zoologie. Die Frage, ob Kryptozoologie eine Para- oder Pseudowissenschaft ist, stellte sich für den Zoologen und Wissenschaftler nie.

Literaturverzeichnis (veröffentlichter Werke) von Bernard Heuvelmans:

  • L’Homme au creux de l’atome (1943)
  • L’Homme parmi les étoiles (1944)
  • Le Secret des Parques (3 Bände, 1951-1952)
  • De la Bamboula au Be-Bop: Esquisse de l'évolution de la musique de Jazz (Paris, Editions de La Main Jetée 1951)
  • 1955 Sur la piste des bêtes ignorées (Paris, Plon 1958)
  • Dans le sillage des monstres marins - Le Kraken et le Poulpe Colossal. (Paris, Plon 1958)
  • On the Track of Unknown Animals (London, Hart-Davis 1958)
  • Le Jazz (Paris, Marabout/Flash 1959)
  • On the Track of Unknown Animals (New York, Hill and Wang 1959)
  • Le Grand Serpent de Mer, le problème zoologique et sa solution (Paris, Plon 1959)
  • On the Track of Unknown Animals (Abridged & revised edition, New York: Hill and Wang 1965)
  • In the Wake of Sea Serpents (New York: Hill and Wang 1968 - zusammenfassende Übersetzung der 1958/1965 erschienenen Werke Dans le sillage des monstres marins - Le Kraken et le Poulpe Colossal und Le Grand Serpent de Mer, le problème zoologique et sa solution)
  • Histoires et Légendes De La Mer Mystérieuse (Paris, Alibris 1969)
  • On the Track of Unknown Animals (London, UK edition of 1965 edition, Paladin 1970)
  • L'Homme de Néanderthal est toujours vivant (Ko-Autor Boris F. Porchnev, Paris, Plon 1974)
  • Dans le sillage des monstres marins - Le Kraken et le Poulpe Colossal (Überarbeitete Version, Paris, Francois Beauval 1975)
  • Le Grand-Serpent-de-Mer, le problème zoologique et sa solution (Überarbeitete Version, Paris, Plon 1975)
  • Les derniers dragons d'Afrique (Paris, Plon 1978)
  • Les bêtes humaines d'Afrique (Paris, Plon 1980)
  • On the Track of Unknown Animals (London, Kegan Paul International 1995)
  • The Kraken and the Collosal Oktopus (London, Kegan Paul International 2003)
  • The natural history of hidden animals (London, Kegan Paul International 2007)
  • Les félins encore inconnus d'Afrique (Paris, Oeil du Sphinx 2007)

Der Pariser Verlag Oeil du Sphinx hat im Juni 2005 im Einvernehmen mit der Familie Heuvelmans und Frau Alika Lindbergh angekündigt, alle bisher erschienenen Werke sowie bisher unveröffentlichte Bände der Serie „Bêtes ignorées du Monde“, die 1978 mit „Les derniers dragons d'Afrique“ begann und wegen der relativ schlechten Verkaufszahlen 1980 mit „Les bêtes humaines d'Afrique“ endete, neu aufzulegen bzw. erstmals zu publizieren15. Überarbeitet werden sie durch seinen langjährigen Freund und Schüler Dr. Jean-Jaques Barloy unter dem Titel „Bibliothèque Heuvelmansienne“. Diese Kollektion wird zudem die erste komplette Biografie von Bernard Heuvelmans, geschrieben von J.-J. Barloy, und ein weiteres Buch mit Erinnerungen an ihn von Alika Lindbergh enthalten.


  1. Heuvelmans bevorzugte den Begriff „verborgen“ vor „unbekannt“, da diese Tiere durchaus einem gewissen Personenkreis bekannt sind. Diese ethnologische Bekanntheit ist eine Grundvoraussetzung für Tiere mit denen sich die Kryptozoologie beschäftigt
  2. L’Homme parmi les étoiles", „L’Homme au creux de l’atome", „Le Secret des Parques"
  3. Seine Mutter entstammte einem bekannten Musikergeschlecht, was seine Liebe zur Musik sicherlich beeinflusst oder zumindest gefördert hat
  4. Die deutschen Nationalsozialisten nahmen ihn während des 2. Weltkrieges wegen seiner kritisierenden Schriften gefangen, die Belgier später ebenfalls aus demselben Grund
  5. Obwohl er im Krieg zur belgischen Resistance gehörte, verlor er danach seine belgische Staatsbürgerschaft; vermutlich aufgrund des in Fußnote 4 genannten Grundes
  6. Die Übersetzung wurde durch Dr. Herbert Engel geschrieben, der Verlag änderte jedoch seine Politik und so wurde die deutsche Ausgabe nie gedruckt
  7. Heuvelmans gehörte zu Slick’s Beraterstab, genauso wie Ivan T. Sanderson oder George Agogino. Dieser Umstand führte dann indirekt auch dazu, dass er 1960 gefragt wurde ob er den Yeti-Skalp, den Sir Edmund Hillary von seiner „World Book“-Expedition mitbrachte, analysieren würde. Bereits zuvor hatte er diese Skalps als Ritualobjekt erkannt und ihre Herstellung aus dem Fell einer dort einheimischen Bergziege. Die Analysen zu Slick’s Expeditionen blieben weitgehend unveröffentlicht, bis einige davon 1989 in „Tom Slick and the Search for the Yeti“ publiziert wurden
  8. die International Society of Cryptozoology (ISC)
  9. Durch die Tatsache bedingt, dass die „Kryptozoologie“ schon immer Teil der Zoologie war, gab es bereits zuvor schon Persönlichkeiten die sich mit dieser Art von Tieren beschäftigte. So zum Beispiel Ivan T. Sanderson, Ingo Krumbiegel, Henry Morton Stanley, Anton Cornelis Oudemans, Bischof Erik L. Pontopiddan und viele weitere
  10. […] When he [Sanderson] was still a student he invented the word “cryptozoology”, or the science of hidden animals, so that I have now been a full-time cryptozoologist for fifteen years. […] “In the Wake of the Sea-Serpents”, Seite 508. Im französischen Orginal 1965 enthaltene Textpassage, fehlte jedoch in der überarbeiteten Version 1975
  11. Die Zentren in Le Bugue bzw. Le Vesinet bestanden aus Heuvelmans persönlicher Sammlung und waren damit identisch mit seinem Arbeitszimmer; für das Zentrum in Le Vesinet wurde neben dem Wohnhaus von Alika Lindbergh jedoch extra ein Fertighaus gebaut
  12. Nominell betreiben Richard J. Greenwell und einige andere Mitglieder die ISC heute noch weiter. Nach einer Stellungnahme des Vize-Präsidenten Roy P. Mackal aus dem Jahr 2004 ist dieser Anspruch jedoch fraglich
  13. Bände über kryptide Bären, Großkatzen, Waldmenschen, Seeungeheuer usw. (siehe auch Fußnote 15). Der Pariser Verlag Oeil du Sphinx hat im Juni 2005 im Einvernehmen mit der Familie Heuvelmans und Frau Alika Lindbergh angekündigt, alle bisher erschienenen Werke Heuvelmans sowie bisher unveröffentlichte Bände der Serie „Bêtes ignorées du Monde“, die 1978 mit „Les derniers dragons d'Afrique“ begann und wegen der relativ schlechten Verkaufszahlen 1980 mit „Les bêtes humaines d'Afrique“ endete, neu aufzulegen bzw. erstmals zu publizieren. Überarbeitet werden sie durch seinen langjährigen Freund und Schüler Dr. Jean-Jaques Barloy unter dem Titel „Bibliothèque Heuvelmansienne“. Diese Kollektion wird ebenfalls die erste komplette Biografie von Bernard Heuvelmans, geschrieben von J.-J. Barloy, und ein weiteres Buch mit Erinnerungen an ihn von Alika Lindbergh enthalten.
  14. Heuvelmans war insgesamt dreimal verheiratet, hatte eine Tochter (1974/75 verstorben) und einen Sohn (lebt heute in Luxemburg).
    Seine zweite Frau, Alika (Monique Watteau) Lindbergh, ist eine bekannte französische Künstlerin, die viele Gemälde von Heuvelmans umgeben von Kryptiden malte sowie seine Bücher illustrierte. Sie war nach der Scheidung von Bernard Heuvelmans mit dem bekannten Kinostar Yul Brynner liiert und später mit Scott Lindbergh, einem Sohn des berühmten Fliegers Charles Lindbergh, verheiratet. Nach dessen Tod kehrte Heuvelmans zu Ihr zurück und beide verbrachten die letzten Jahre im Lindbergh-Anwesen in Le Vesinet.
  15. Wie Heuvelmans 1995 im Vorwort zur neuen Auflage von „On the track of unknown animals“ schrieb, waren die Bände „Les ours insolites d’Afrique“ (kryptide Bären und Ameisenbären Afrikas), „Les félins encore inconnus d’Afrique“ (kryptide Katzen Afrikas) sowie „Les peu abominables hommes-des-neiges“ (Schneemensch) fertig zum Druck.

Quellenverzeichnis:

Bildnachweis:

  • F. de Sarre und B. Heuvelmans: Francois de Sarre
  • Bücher d. Reihe Bêtes ignorée du monde: Marozi
  • Heuvelmans-Biografie u. kryptide Katzen: Marozi
  • Heuvelmans in Le Vesinet: Francois de Sarre