27 | 06 | 2017
Hauptmenü
Translation
Kryptozoologie-Report
RSS
Partnerprojekte

Langzahn ist nicht tot - Säbelzahnkatzen in Afrika? - Langzahn ist nicht tot - Teil 2

Allen zuvor genannten „Wasserlöwen“ aus Zentralafrika (mit der Ausnahme des „morou n’gou“) ist gleich dem Fall „Dingonek“ gemeinsam, dass sie nach den vorliegenden Erzählungen nicht explizit als katzenartig beschrieben wurden. Auffallendstes Merkmal sind aber bei allen die einem Walross ähnlichen Stoßzähne, so dass an dieser Stelle immer wieder die Säbelzahntheorie aufgenommen wird, diese jedoch wie erwähnt keineswegs die einzige für diese Kreaturen ist. So existiert beispielsweise für den „Dilali“ auch die Theorie, es handle sich um eine aquatische Variante des Zwergelefanten, für den „Dingonek“ schloss man nicht aus, dass es sich um eine prähistorische Saurierart handle. Die Länder, in denen von diesen Tiere erzählt wird, befinden sich entlang eines Hot-Spots der Kryptozoologie19. Vielfach sind die Berichte, zum Beispiel um den berühmten „Mokele-Mbembe“ und das „Emela-Ntauka“, verworren und nicht klar trennbar und genau dies ist auch der Fall bei den Berichten um „Dingonek“, „dilali“ und noch einigen anderen hier nicht weiter erwähnten Kryptiden.

In seinem berühmten Buch „Mystery Cats of the World“ berichtet der britische Zoologe und Kryptozoologe Karl Shuker über Heuvelmans Ansichten der Gesamtproblematik im Fall der Wasserlöwen20. Heuvelmans glaubte nicht nur an die Möglichkeit es existiere ein aquatischer Säbelzahntiger, sondern fand es sogar mehr als wahrscheinlich21. Erster Argumentationspunkt war, dass entgegen dem verbreiteten Irrglauben viele Katzenarten nicht wasserscheu sind. Auch die verlängerten Eckzähne wären für einen aquatische Säbelzahnkatze nur von Vorteil, was gerade auch das Walross deutlich mache, das sich mit diesen auf Eisschollen hievt oder den Meeresboden auf der Suche nach Nahrhaftem durchsiebt22. An Land wären dem Säbelzahn derart große Zähne nur hinderlich beim Fressen23. Zudem würde sich eine Säbelzahnkatze an Land in Konkurrenz mit Löwen oder Leoparden befinden und letztlich gezwungen werden, sich auf ökologische Nischen24 zurück zu ziehen. Bernard Heuvelmans glaubte daran, dass Säbelzahnkatzen durch eine ähnliche Art und Weise wie dies die Walrosse tun, in aquatischer Umgebung leben könnten. Ein Säbelzahn wäre potentiell überlegenen Gegnern wie Flusspferden oder Elefanten im Wasser mehr als gewachsen und könnte sich durch eine Attacke in den Hals von deren Blut ernähren25. Zudem könnte der im Wasser aufgeweichte Kadaver besser zu zerteilen und zu fressen sein (ähnlich halten es tatsächlich auch die Walrosse mit toten Robben oder Walen). Was also, wenn sich die Säbelzahnkatzen evolutionär, konvergent zum Walross an ein Leben im Wasser angepasst hätten?

Höhlenzeichnung nahe Brackfonton Ridge, SüdafrikaEin möglicher Beweis für diese von Heuvelmans und Krumbiegel angedachte Theorien, der jedoch genauso Gegenstand heftigster Kontroversen ist, findet sich bei Brackfonton Ridge in Südafrika. Eine Höhlenmalerei zeigt dort das Bild eines walrossähnlichen Tieres mit rundem Kopf, zwei großen, abwärts gebogenen Stoßzähnen, einem länglichen Körper und paddelartigen Extremitäten. Nur der lange Schwanz unterscheidet es von der primitiven Darstellung eines Walrosses.
Auch die Identifikation eines Walrossbildes durch einen Pygmäen des Ituri-Waldes als nächtliches, grauenhaftes Biest das in den Tiefen des Waldes lebt, gibt der Theorie Auftrieb. John Hunter, der dem betreffenden Pygmäen das Bild zeigte, sah diese Identifikation jedoch eher als „Gefälligkeitsaussage“ ihm gegenüber an.

Das Rätsel um die Wasserlöwen Zentralafrikas ist also wie ersichtlich ein Kapitel für sich und noch dazu ein äußerst verworrenes und vielschichtiges. Südlich des Äquators gibt es jedoch wieder eindeutig einem als Katze beschriebenem Tier zuordenbare Berichte vom „Löwen des Wassers“ und wieder im Zusammenhang mit der Tötung von Flusspferden. Ilse von Nolde, die sich mehr als zehn Jahre in Afrika aufhielt, befragte unzählige Eingeborene im Stromgebiet des Kuango (Angola), wobei sie immer wieder charakteristische Merkmale in den Beschreibungen fand. 1939 veröffentlichte sie ihre über ein Jahrzehnt gesammelten Erkenntnisse in einem Aufsatz mit dem Titel „Der „Coje ya menia“. Dieser Name ist die wörtliche Übersetzung eines Kumbundu-Wortes26 ins Portugiesische und bedeutet soviel wie „Löwe des Wassers“. Dr. Ingo Krumbiegel, studierter Zoologe und einer der ersten deutschen Autoren die ernsthaft kryptozoologische Thematiken aufgriffen, berichtet dazu in seinem Werk „Von neuen und unbekannten Tierarten“:

[...] Gleichmäßig und sachlich, ohne Neigung zur Sensation, berichten die Eingeborenen von jenem Tiere, es sei ein unerbittlicher Feind der Nilpferde und etwas kleiner als diese. Wie das Nilpferd lebe es im Wasser, könne aber ebenso gut an Land gehen. Wenn der Quanzafluß zur Regenzeit geschwollen ist, wandern die Tiere in die Nebenflüsse und Lagunen. Sie führten eine nächtliche Lebensweise, und von den Flussgegenden schalle nachts ihr Gebrüll. Die Nilpferde gehen ihnen aus dem Weg und verlassen das Revier. Merkwürdig ist die ganz präzise Angabe, dass das Tier die Nilpferde wohl tötet, indem es fürchterliche Wunden schlägt, das Opfer aber nicht frisst. [...]

Einmal begegnete Frau v. Nolde sogar einem Eingeborenen, der Sandalen aus Nilpferdhaut anhatte. Auf ihre erstaunte Frage, ob er das Tier selber erlegt hatte, bekam sie die Antwort der „Coje ya menia“ hätte es getötet. Jenes Tier wurde von seiner körperlichen Erscheinung her als etwas kleiner als ein Flusspferd und mit langen Stoßzähnen oder den Eckzähnen eines Raubtiers ausgestattet beschrieben. Der detaillierteste Bericht über diesen „Wasserlöwen“ stammt von einem portugiesischen Lastwagenfahrer, der gehört hatte, dass ein „Coje ya menia“ in der vergangenen Nacht ein Flusspferd am Fluss entlang gejagt habe. Entschlossen machte sich der Mann mit einigen Eingeborenen auf die Suche, was letztlich nicht schwer war, da man nur dem zertretenen Gras und dem aufgeworfenen Erdreich folgen musste. Die Abdrücke die der Verfolger hinterließ, beschrieb der Portugiese als kleiner im Vergleich zum Flusspferd und an Elefanten-Fährten erinnernd (also vermutlich eher rundlich). Nach mehreren Stunden fand man das tote Flusspferd schließlich inmitten eines furchtbaren Schlachtfeldes. Der Körper des Tieres war völlig zerfetzt und mit langen Schnitten bedeckt „als sei er mit der Catana (dem Buschmesser) zerhauen“.
Bereits Dr. Krumbiegel fiel auf, dass dieses Flusspferd entgegen des normalen Verhaltens entlang des Flusses geflüchtet war und nicht in den Fluss hinein. Doch angesichts des ungenauen und nur spärlichen Berichts, wären als Erklärung warum das Tier nicht in die Sicherheit des Wassers flüchten konnte, mehrere Möglichkeiten offen. Eventuell vorhandene üppige Ufervegetation könnte ein solcher Grund sein oder vielleicht schnitt der Verfolger selbst dem Flusspferd den rettenden Fluchtweg ab? Die detaillierte Beschreibung des Fundortes bzw. des Fluchtweges hätte diesen (und manch anderen) Punkt klären können., genauso wie auch nähere Angaben zu den Spuren des „Coje ya menia“ überaus hilfreich gewesen wären. So hätte der Abstand der Fußspuren für die Verifizierung der Fortbewegungsweise des Verfolgers äußerst aufschlussreich sein können. Statt präziserer Angaben erwähnte der Portugiese jedoch, dass die Spuren „Zehen unter dem Ballen“ aufwiesen, was die Sache statt leichter nur noch komplizierter machte. In der Analyse von Dr. Krumbiegel zog dieser hierfür einen Vergleich mit Tierarten, die auf eingeschlagenen Zehen laufen, wie zum Beispiel der Ameisenbär. Die runde Spur erklärte sich der Zoologe durch eine eventuelle Anpassung an das Wasser, so dass die Rundung vielleicht durch Schwimmhäute gebildet wurde. Auch die zurückgelegte Wegstrecke während der Verfolgung wären eine wertvolle Hilfe zur näheren Identifikation des Angreifers gewesen, doch auch hier gibt der Bericht keinerlei detailliertere Angaben. So blieben leider nur allerhand Mutmaßungen wie zum Beispiel ob der Angreifer das Flusspferd zu Tode gehetzt oder erst im letzten Moment angesprungen hatte oder gar auf dem armen Tier wie auf einem Pferd ritt, bis es tot zusammenbrach.

Ein Coje da menja greift ein Flusspferd an

Da die Schilderung des Portugiesen jedoch nur den zertrampelten Kampfschauplatz beschrieb, schloss Dr. Krumbiegel, dass der tödliche Angriff nach einer kurzen Verfolgungsjagd erst hier stattgefunden hatte. Klar war, dass Flusspferde bekanntermaßen fürchterliche Gegner sind, die sich nicht ohne weiteres für einen einzelnen Fleischfresser als Beutetiere eignen. Das Raubtier, das dieses Flusspferd derart zurichtete, musste dem Opfer also stark überlegen sein!
Flusspferdbullen bringen sich in der Paarungszeit gegenseitig heftige, zahlreiche und manchmal sogar tödliche Wunden bei. Diese sind nicht nur äußerst tief, wie man sich anhand des gewaltigen Gebisses eines Flusspferdes sicher vorstellen kann, sondern führen auch zu einem relativ großem Blutverlust. Der Bericht spricht von einem völlig zerfetzen und mit zahlreichen Schnitten bedeckten Kadaver. Doch warum wurde das Blut nicht erwähnt, das an einem solchen Schauplatz literweise geflossen sein musste? Dr. Ingo Krumbiegel stand also letztlich vor einem absolut unpräzisen Bericht und konnte deshalb auch nur vage Vermutungen über die Natur des Angreifers anstellen. Gefressen wurde das tote Flusspferd nicht, soviel ist aus den Schilderungen gesichert. Das fehlende beziehungsweise nicht erwähnte Blut könnte man oberflächlich mit einer sanguivoren Ernährung27 erklären, doch für ein derart großes Raubtier ist eine derartige Ernährungsweise absolut unmöglich28. Der Zoologe zog also den Schluss, dass die Tötung aus reinem Selbstzweck erfolgte und zählte Beispiele ähnlicher Vorgänge bei Mardern oder Leoparden auf. Besonders ausgeprägt, so Krumbiegel, sei ein derartiger Tötungsinstinkt jedoch bei den Kriechtieren. Die Verfolgung eines derart schnellen Tieres wäre für das größte rezente Kriechtier, dem Krokodil, absolut nicht möglich29. Aber was wäre mit einem riesigen Waran, ähnlich dem Komodowaran? Dieser weist eine beträchtliche Größe und Stärke auf und ist laut Krumbiegel nur die kleinere Restpopulation einer einst auf dem Festland verbreiteten, größeren Art. Letztlich hatte ja auch die Brückenechse der Südsee überlebt, warum also sollte nicht eventuell ein ähnlich „uraltes“ Reptil auch in Südafrika überlebt haben? Denn die Welt der Raubsaurier bot doch genügend Arten, die biologisch in Frage kommen würden. Weitere Mutmaßungen anstellen wollte Dr. Krumbiegel aber nicht, da er fürchtete sich sonst „mit der Aufzählung der in Frage kommenden Tiere“ ins „Uferlose“ zu verlieren. Doch die Schnittwunden könnten durchaus durch einen Hornschnabel, ähnlich dem der Geierschildkröte oder einiger Dinosaurier, verursacht worden sein30. Wunden, die durch die dicke Haut eines Flusspferdes gingen , mussten ja geradezu durch eine fürchterliche Waffe verursacht worden sein31. Selbst die Krallen und Fangzähne eines Löwen hielt der Zoologe für nicht ausreichend32. Aber aus der Erdgeschichte kannte man wahrhaftig furchterregende und gewaltige Karnivore - die sogenannten Säbellöwen oder Säbeltiger33.

„Sie waren wohl die wehrhaftesten Räuber aus der Klasse der Säugetiere. Die oberen Eckzähne waren zu einem „Enterhaken“ entwickelt, der so groß wurde, dass besondere Einrichtungen in der Kaumuskulatur und im Kiefergelenk nötig waren, damit das Maul überhaupt richtig geöffnet und damit gebissen werden konnte.“

Zöge man in Betracht, dass der „Coje ya menia“ weniger Wasser- als vielmehr Sumpfbewohner wäre, hielt es Dr. Krumbiegel durchaus für möglich, dass der „Wasserlöwe“ eventuell mit einer (evolutionär weiterentwickelten) Säbelzahnkatze identisch ist. Denn eine Verbreiterung der Fußsohle dient vielen Säugetieren als Schutz vor dem Einsinken in weichem Boden und zudem sind die „Riesenkatzen“ erdgeschichtlich viel später ausgestorben als die Riesensaurier. „Das Überleben einzelner Arten oder von letzten Individuen wäre zwar wundersam genug, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Von neuen und unentdeckten Tierarten“ erschien 1950 und somit befand sich logischerweise auch Dr. Ingo Krumbiegels zoologische Bewertung auf dem Stand der damaligen Zeit. Die Naturwissenschaften befinden sich jedoch in einem ständigen Umbruch und so verwundert es nicht, dass sich vieles von oben geschriebenem heutzutage als längst überholt oder sogar als absolut falsch erwiesen hat. Eines der gravierendsten Probleme, für den oben geschilderten Angreifer eine Säbelzahnkatze verantwortlich zu machen, stellen die eindrucksvollen Säbelzähne des Tieres selbst dar. Bei Kontakt mit Knochen oder bei großen Kräfteeinwirkungen auf die langen Eckzähne bestand die große Gefahr, dass diese abbrachen. Darum musste sich auch die Art und Weise der Tötung eines Beutetieres von der heutiger Katzen unterscheiden. Ein einfacher Biss in den Hals während das Opfer womöglich noch rannte, ist ausgeschlossen. Wie jedoch das genaue Jagdverhalten ausgesehen haben mag, ist Gegenstand unzähliger Diskussionen unter den Paläontologen. Die zuerst aufgekommene, sogenannte „Stich-“Theorie vergleicht den Biss einer menschlichen Messerattacke, d. h. die Katze rammt ihre oberen Eckzähne vergleichbar einem von oben geführten Messerstich in das Opfer. Doch abseits der auch hier extrem gefährdeten Säbelzähne gibt es zu viele gravierende Gegenargumente gegen diese recht einfache Erklärung, die viele anatomische Besonderheiten der Säbelzahnkatze außer acht lässt34. Auch die zweite Theorie erklärt die genaue Tötungsart nicht zufriedenstellend, im Gegenteil, sie erklärt sie gar nicht. Demnach wären die Säbelzähne lediglich dazu da gewesen, das Fleisch eines toten Beutetiers aufzuschlitzen. Gegen diese Ernährung als Aasfresser spricht jedoch die große Konkurrenz durch andere Karnivore. Und zudem sprechen sämtliche Zahnfossilien bzw. die Anatomie der Kiefer und des Kopfes eine völlig andere Sprache. Wesentlich interessanter war die Theorie von William Akersten, der vorschlug, dass ein „Scheren-“Biss in weiche Gegenden wie z. B. den Abdomen zu großem Blutverlust führen würde und möglicherweise die Säbelzahnkatzen durch ein regelrechtes Ausbluten ihre Beute erlegen würden. Und obwohl auch diese Theorie ihre Schwächen hat, scheint sie eine gute allgemeine Grundlage zu bilden. Ein derartiger Biss in den Hals eines unbeweglich gehaltenen Beutetiers würde dessen Blutgefäße durchtrennen und die Luftröhre zusammenquetschen. Der Tod würde hierdurch wesentlich schneller eintreten als dies bei anderen vorgeschlagenen Theorien der Fall ist.
Was aus diesen Ausführungen klar erkennbar ist, dass die Verletzungen des Flusspferdes nicht mit Säbelzähnen verursacht werden konnten. Zudem muss klar gesagt werden, dass größere Säbelzahnkatzen wie Machairodus, Homotherium u. a. in Rudeln jagten und nur so größere Beutetiere erlegen konnten. Vielleicht war der Portugiese in seiner Beschreibung des Kadavers (Der Körper des Tieres war völlig zerfetzt und mit langen Schnitten bedeckt „als sei er mit der Catana (dem Buschmesser) zerhauen“.) ja wesentlich näher an der Wahrheit als er dachte?


  1. Bekannte Namen von Kryptiden aus dieser Gegend sind z. B. „Mokele-Mbembe“, „Emela-Ntauka“, „Mbielu-mbielu-mbielu“ oder „Mahamba“.
  2. Shukers Quelle war Heuvelmans Buch „Les derniers dragons d’Afrique
  3. Walrosse entwickelten sich vor etwa 20 Millionen Jahren aus den bärenähnlichen Enaliarctidae. Somit kann abgeschätzt werden, wann eine ähnliche Evolution beginnen müsste. Die fossilen Belege der Säbelzahnkatzen weisen jedoch keinerlei irgendwie geartetes Indiz auf eine derartige Entwicklung auf.
  4. Heute weiß man, dass Walrosse ihre Nahrung durch die Tasthaare erfühlen. Die Stosszähne spielen dabei keine Rolle. Sie dienen vielmehr hauptsächlich zu Balzzwecken und allen damit zusammenhängenden Verhalten. Einfacher gesagt, je größer also die Stoßzähne sind desto besser die Chancen auf Fortpflanzung und eine dominante Rolle innerhalb der Gemeinschaft.
  5. Im Kontext mit so großen Stoßzähnen wie denen des Walrosses mag dies durchaus richtig sein. Für die Eckzähne einer Säbelzahnkatze, die Jahrtausende hindurch das Überleben der verschiedenen Arten sicherten und im Laufe der Zeit auch mehrmals bei anderen Tierarten entwickelt wurden, mag dies jedoch bezweifelt werden.
  6. Eben Bergregionen oder Flüsse.
  7. Es gab früher tatsächlich die These, dass sich Säbelzahnkatzen durch Blut ernähren. Man konnte sich nicht erklären, wie sie jagten und mit den hinderlichen Zähnen fraßen. Heute ist zwar noch immer umstritten wie sie tatsächlich jagten und ihre Beute vertilgten, aber die Bluternährungstheorie hat sich anhand zoologischer und paläozoologischer Fakten als unhaltbar erwiesen.
  8. George M. Eberhart gibt als etymologische Quelle im Gegensatz hierzu Mbundu-Loanda (Bantu) an.
  9. Ernährung durch Blut. Dies ist z. B. von den bekannten Vampirfledermäusen, wie dem Kammzahnvampir (Diphylla ecaudata), dem Weißflügelvampir (Diaemcus youngi) und natürlich dem Gemeinen Vampir (Desmodus rotundus) bekannt.
  10. Zwar trinken auch größere Säuger wie z. B. Paviane gelegentlich Blut, eine dauerhafte Ernährung ist jedoch nicht möglich.
  11. Der hochbeinige Gang der Krokodilier ist einmalig unter den rezenten Reptilien und ermöglicht ihnen ihren eigenen Körper und einen großen Teil des Schwanzes hoch zu heben und sich fort zu bewegen. Große Geschwindigkeiten sind jedoch auch damit nicht möglich. Die schnellstmögliche Fortbewegung von Krokodiliern an Land konnte man nur bei einigen wenigen kleineren Krokodilierarten beobachten wie z. B. dem Australien-Krokodil. Bei ihnen kann das Rennen in einen springenden Galopp übergehen, mit einer Höchstgeschwindigkeit zwischen 3 und 17 Stundenkilometern.
  12. Die Beschreibung gibt keinen Hinweis darauf ob die Schnitte paarig oder einzeln verursacht wurden. Ersteres hätte deutlicher auf ein Raubtier mit Eckzähnen gedeutet.
  13. Die Haut eines Flusspferdes ist mit bis zu 35 Millimetern in der Tat sehr dick. Sie besteht aus einer dünnen Epidermis (weniger als 1 Millimeter) mit vielen Nervenenden. Darunter liegt die Dermis in der netzartig die Blutgefäße enthalten sind.
  14. Dennoch reißen Löwen im Rudel neben Kaffernbüffeln manchmal auch alte, kranke oder solitäre Flusspferde
  15. Beide Begriffe sind falsch gewählt. Die Säbelzahnkatzen und die rezenten Katzen haben in der Stammesgeschichte zwar einen gemeinsamen Vorfahr, sind aber nur sehr weitläufig verwandt.
  16. Die unteren Eckzähne bzw. der Unterkiefer wurden nicht in die „Stich-„Theorie mit einbezogen. Die Säbelzähne sind zudem weitaus stumpfer als ein Messer und die Zähne derart tief in ein Opfer zu schlagen, um es zu töten würde (gerade im kräfteraubenden Kampf) zuviel Kraft benötigen. Doch selbst wenn dies durch physikalische Kräfte gelingen würde, wäre die Gefahr auf Knochen oder nur starke Muskeln o. ä. zu treffen und die Zähne abzubrechen zu groß. Egal aus welcher Richtung ein Angriff erfolgen würde, die Kiefer wären für einen effektiven Stich immer im Weg.

Quellennachweis:

  • Christian de Noel: „Tigre de montagnes“ (Tau Ceti; ins Deutsche übertragen durch Flitzi-Übersetzungen – Brigitte Reinert)
  • Christian Le Noel: „Le tigre des montagnes: Des felins à dents en sabre au cœur de l`Afrique?“ ´(Institut Virtuel de Cryptozoologie; ins Deutsche übertragen durch Sven „Animal“ Peter)
  • Karl Shuker: "Mystery Cats of the world"
  • Karl Shuker: "In Search of Prehistoric Survivors"
  • Ingo Krumbiegel: "Von neuen und unentdeckten Tierarten"
  • Bernard Heuvelmans: "On the track of unknown animals"
  • George M. Eberhart: "Mysterious Creatures" (2002)
  • Alan Turner: "The Big Cats and their fossil relatives"
  • Alan Turner: "Expedition ins Reich der Urzeit"
  • Jahr-Verlag: "Große Katzen"
  • Könemann: "Die große Enzyklopädie der Säugetiere"
  • Gondrom-Verlag: "Dinosaurier u. andere Tiere der Vorzeit"
  • Egmont vgs: "Die Erben der Saurier"
  • Marc „Shir Khan“ Meinert: „Schwarze Tiger“ (Tiger-Online.org)

Bildnachweis:

  • Markus „Cronos“ Bühler
  • Marozi