23 | 06 | 2017
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Pseudo-Plesiosaurier von Amberley Beach, Neuseeland

Dracontologie-NewslogoVor mehr als 30 Jahren wurde an Amberley Beach, einem Strand nördlich von Christchurch (North Canterbury, Neuseeland) ein großer Seeungeheuer-Kadaver angeschwemmt gefunden. Dank der Analyse von Wissenschaftlern unter anderem der Univerität von Otago, konnte die Identität der Kreatur nun gelüftet werden.

Die Tierleiche war mehr als 11,5 Meter lang, besaß einen langen „Hals“ von mehr als 1,5 Metern Länge und „flügel-ähnlich“ erscheinende Strukturen sowie federartige Fasern. Der heute 81jährige Peter Ritchie wunderte sich seit 1977, was er da am Strand gefunden hatte. Trotz seiner Erfahrung als Taxidermist und Fischer, war er anfänglich „total, total in Ehrfurcht“ vor dieser Kreatur und konnte sich für Dekaden keinen Reim auf ihre Identität machen. Umsichtig fertigte er damals sieben Fotografien an und nahm den Schädel an sich, den er dem Canterbury Museum übergab.

Die Museumsangestellten gingen von einem Mitglied der Haie aus, ebenso wie die ebenfalls befragten Beschäftigten des amerikanischen Denver Museum of Nature and Science. Dennoch blieben Ritchie hieran Zweifel. Mehr als dreißig Jahre später gab ein Freund die Fotografien an das New Zealand Marine Studies Centre der Universität von Otago und ebenfalls an Te Papa zur neuerlichen Analyse. Das Marine Studies Centre zog zudem den Universitäts-Paläontologen Professor Ewan Fordyce hinzu und selbiger seinen amerikanischen Kollegen Professor Michael Gottfried von der Michigan State University. Unisono kam man zum Schluss, dass es sich um einen Riesenhai (Cetorhinus maximus) gehandelt hat.

Dennoch blieben Ritchie Zweifel und Glaube, die Kreatur besäße Eigenschaften wie sie nicht bei Haien gefunden werden, so dass es sich möglicherweise um einen Plesiosaurier handelte. Zudem spekulierte er, ob es sich bei seinem Fund nicht vielleicht um den Kadaver handle, der wenige Monate zuvor etwa fünfzig Kilometer vor Christchurch an Bord des japanischen Trawlers Zuyio Maru gezogen und dann wieder dem Meer überlassen wurde. Dabei ist jedoch auch zu bedenken, dass Riesenhaie laut Otago Daily Times nach einer Studie relativ oft vor Neuseeland durch kommerziellen Fischfang gefangen oder – meistens im Frühjahr und Sommer – relativ nahe an der Küste gesichtet werden.

Professor Fordyce sagte, der lange „Hals“ erscheint ihm die Wirbelsäule zu sein. Die „flügel-artigen“ Strukturen die stark verwesten Vorderflossen und einige der „faden-artigen“ Strukturen erscheinen ihm verrottetes Gewebe, wahrscheinlich widerstandsfähigere Fasern eines kollagen-artigen Materials.

In der Zusammenschau gibt es durch den Konsens der Wissenschaftler, das zu einem Pseudo-Plesiosaurier insgesamt passende Bild und vor allem natürlich den untersuchten Schädel keinen Raum für Zweifel wie Peter Ritchie sie hat.

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