25 | 07 | 2017
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Kryptozoologie-Umschau 46

Umschau-LogoMngwa ist eine Verballhornung des Swahili-Wortes „mu-ngwa“, das übersetzt ins Englische „strange one“ bedeutet. Der auch unter dem Namen Nunda bekannte Kryptid wird anhand der Berichte als der "Schrecken von Tanganyika" (das heutigen Tansania) angesehen und im Vergleich weitaus mehr gefürchtet als der Nandi-Bär. Mit letzterem wird der Kryptid oft verwechselt, dabei wird er im Gegensatz zu diesem eindeutig als Katze beschrieben. Von denjenigen, die dem "Schrecken" ins Angesicht gesehen haben, wird er als eselsgroß und mit grauen Streifen beschrieben, ähnlich einer „Tabby“-Katze. Schon in Kriegsliedern aus dem Jahr 1150, die um den Swahili-Helden Liongo Fumo wa Ba-Uriy handeln, wird er erwähnt: Sikae muyini kewa kitu duni, Nangia mwituni haliwa na mngwa (I dwell not in the city to become a worthless idler, I plunge me in the forest to be eaten by the mngwa). Volkslegenden ranken sich also um den Mngwa, wie in Europa um den Drachen. Bis 1920 sahen die weißen Kolonialherren und -Siedler den Mngwa als Märchenfigur an, doch dann bekamen sie eine reale Fürchterlichkeit, die dem Mngwa zugeschrieben wurde, zu spüren. Der bekannteste Vorfall fand 1922 im kleinen Fischerdorf Lindi statt, in dem Captain William Hichens Magistrat war. Um Diebe auf dem Markt abzuschrecken, wo die Händler auch in der Nacht ihre Waren lagerten, patroullierten drei Askari (örtliche Polizisten) in einer abwechselnden vier Stunden Schicht. Eines nachts vermisste einer der Männer seinen abzuwechselnden Kollegen. Er fand ihn schließlich tot und schrecklich zugerichtet. Der hinzugerufene europäische Verantwortliche und auch Captain Hichens untersuchten den Leichnam, der in seiner Hand eine Menge grauer Haare krampfhaft festhielt, so als ob er die Mähne eines Löwen ausgerissen hätte. Am nächsten Tag brachte der örtliche Governeur zwei Augenzeugen zu Hichens. Sie hatten eine gigantische Katze gesehen, die aus den Schatten der Marktstände aufgetaucht war und den Askari angegriffen hatte. Der Governeur berichtete, dass der Nunda mehrere Male schon in dem Dorf aufgetaucht war. Es sei kein Löwe und kein Leopard, aber eine eselsgroße Katze mit grauen Streifen. Obwohl zum Schutz der Bevölkerung aufgestellt, wurde auch in der folgenden Nacht ein Askari brutal aufgeschlitzt – über seine Kleidung verstreut fanden sie nur graue Haare... Mehrere Wochen lang versuchte Hichens, der davon überzeugt war das es ein Löwe war, durch Fallen, Giftköder u. ä. dem Tier habhaft zu werde, jedoch.ohne Erfolg. Eines Tages endeten die tödlichen Attacken genau so plötzlich wie sie begonnen hatten. Erst 1937 begann das Töten dann kurz neu aufzuflammen. Ein furchtbar zugerichteter, angesehener Jäger wurde zu Captain Hichens getragen, der seinen Angreifer als Mngwa identifizierte.
Auch Patrick Brown machte seine Erfahrungen mit dem Mngwa. Er fand die Spur dieser Katze, die zuvor Kinder aus einem Küstendorf entführt hatte. Er folge dieser, brachte jedoch außer den bekannten Haaren keine weiteren Erkenntnisse mit. Die Haare jedenfalls waren weder von einem Löwen noch einem Leoparden. Die Spur ähnelte einem Leoparden, war jedoch größer als die eines Löwen. Kein Wunder also, dass der Mngwa angesicht dieser Größe gefürchtet ist.

Was aber ist der Mngwa? Etwa ein sehr großer Leopard? Dagegen spricht die Fellzeichnung, die für einen Leoparden sehr ungewöhnlich und kaum vorstellbar ist. Möglicherweise ist der Mngwa eine überlebende, prähistorische Großkatze Afrikas beispielsweise Panthera crassidens? Bernard Heuvelmans schlug vor, es könnte sich um eine unbekannte Riesenform der in Westafrika (aber auch in Kenia) vorkommenden afrikanischen Goldkatze (Felis auratus) handeln. Diese Katze wiegt zwischen fünf und zwölf Kilogramm und verfügt über eine Länge von 61 bis 101 Zentimetern, wobei der relativ kurze Schwanz rund ein Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Was sie so ungewöhnlich macht, sind die große Färbungsvariationen. Diese reichen von ihrem namensgebenden Goldton über rote, braune und graue Färbungen einschließlich variierender dunkler Flecken. Über die Goldkatze ist recht wenig bekannt, nur scheint sie trotz ihrer geringen Größe große Furcht unter den Einheimischen zu verbreiten. In Kamerun beispielsweise gilt sie als äußerst blutdürstig. Was wäre, wenn diese Katze so groß wie ein Esel wäre? Ebenso für die Identifikation als Goldkatze spricht die dem Mngwa nachgesagte Fähigkeit durchgängig zu schnurren, was nur Kleinkatzen können. Oder handelte es sich einfach um gegen die Kolonialherren gerichtete Angriffe oder gar Ritualmorde? Seit damals gibt es keinen öffentlich bekannten Fall mehr, der dem Mngwa zugeschrieben wird. Das Thema bleibt jedoch spannend und so greift auch Karl Shuker es in seinem neusten Blogpost auf.

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