19 | 10 | 2017
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Ringdocus-Shunka Warak'in fotografiert

Kryptozoologie-NewslogoSeit 15. November 2007 bzw. seit der Neueröffnung des Madison Valley History Museum (USA) im Mai 2008 warteten viele kryptozoologisch Interessierte auf die Veröffentlichung von Bildern eines mysteriösen Tierpräparats. Nun endlich hat ein Besucher, der um die Historie dieser Kreatur wußte, diese Fotos gemacht und sie an Loren Coleman zum publizieren gesandt. Doch vorher ein kurzer Blick zurück:

1886 erschoss der mormonische Großvater von Jack Kirby in Madison Valley (Montana, USA) eine wolfsähnliche Kreatur, die Nutztiere getötet hatte und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte. Israel Hutchins wurde eines Wintermorgens auf das Gebell der Hunde aufmerksam und sah ein wolfsähnliches, dunkelfarbiges Tier, dass die Gänse jagte. Er feuerte sein Gewehr, verfehlte es jedoch woraufhin es den Fluss hinunter lief. Mehrere Male wurde es darauf um die Ranch und zehn bis fünfzehn Meilen im Umkreis gesichtet. Die Beschreibungen, die von einem nahezu schwarzen Tier mit hohen Schultern und einem abfallenden Rücken ähnlich einer Hyäne sprachen, wurden schließlich bestätigt als im Januar Israel Ammon Hitchins wiederum durch die Hunde aufmerksam wurde und es ihm gelang die Kreatur zu erschießen.

Um was für eine Kreatur es sich jedoch handelte ist nicht überliefert worden. Der Kadaver wurde von Hutchins an den Taxidermisten Joseph Sherwood für eine Kuh verkauft, da der Rancher mit dem ersten verfehlten Schuß die eigene Kuh getötet hatte. Sherwood stellte das Tier schließlich seinem Lebensmittelladen und "Museum" in Henry Lake, Idaho, als "ringdocus" aus. Danach verliert sich die Spur. Jahre später nahm sich Ross Hutchins, der Enkel des Ranchers, des Mysteriums an. Der Zoologe beschrieb das Tier 1977 in seinem Buch "Trails to Nature's Mysteries: The Life of a Working Naturalist" und spekulierte, dass es sich um eine aus einem Zirkus entlaufene Hyäne handeln könnte. Der nächste Zirkus, so merkte er zugleich an, war zu diesem Zeitpunkt jedoch hunderte von Meilen entfernt... Der Wissenschaftler sandte sogar eine detaillierte Beschreibung an die renommierte Smithsonian Institution, doch auch dort konnte es nicht identifiziert werden.
Alles was Ross Hichens blieb, war ein schwarzweißes Foto des ausgestellten unidentifizierten Tieres mit der Beschriftung des wissenschaftlich-klingenden Namens "Guyasticutus" (der Name einer mythischen Kreatur, die von Schaustellern erfunden wurde um Publikum anzulocken).

Nach der Lektüre eines Halloween-Artikels über lokale ungeheuerliche Kretauren, machte sich Kirby auf die Suche und fand das Ausstellungsstück schließlich im Idaho Museum of Natural History in Pocatello, dem die gesamte Sammlung von Joseph Sherwood überlassen wurde. Das Museum lieh es ihm und so brachte er es zurück ins heimatliche Madison Valley History Museum wo es seitdem ausgestellt war. Der wieder gefundene „ringdocus“ ähnelt sehr stark einem Wolf, weist jedoch den bereits zuvor beschriebenen hyänenartig abfallenden Rücken und einen ungerade-geformten Kopf mit einer schmalen Schnauze auf. Das Fell ist dunkelbraun, beinahe schwarz, mit helleren Arealen und einem schwachen Eindruck von Streifen auf der Seite. Es weist eine Kopf-Rumpf-Länge von 1,21 Meter und 68 bis 71 Zentimetern Schulterhöhe auf. Das präparierte Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand für ein Alter von 121 Jahren und zeigt keine größeren Anzeichen von Beschädigungen oder Zeiteinflüssen z. B. auf die Fellfarbe. Zum Bedauern vieler, veröffentlichte der Bozeman Daily Chronicle am 15.11.2007 in seinem Online-Artikel über die erfolgreiche Wiederentdeckung des verschollenen „ringdocus“ nur ein Bild des Tierpräparats aus einem für die weitere Analyse unzureichendem Winkel. Sollte es tatsächlich dasselbe sein wie das in der Autobiografie abgebildete, steht im Vergleich mit dem neuen Foto weit deutlicher die Ähnlichkeit zu einem Wolf (Canis lupus) als zu einem anderen, ausgestorbenen Tier im Raum.

Letztlich war eine nähere Untersuchung des Ausstellungsstücks oder womöglich sogar ein DNA-Test zur völligen und sicheren Aufklärung jedoch notwendig.

Mehr zur Geschichte des Tierpräparats in unserem Artikel: Ringdocus-Shunka Warak’in - Historie eines Tierpräparats

Am 22.05.09 erschien der Beitrag Mystery Photograph von Loren Coleman im Blog Cryptomundo, in dem der Autor aufforderte über zwei Nahaufnahmen des Fells ein geheimnisvolles Tier zu identifizieren. Am 23.05.09 wurden im Folgebeitrag Mystery Photo: More Clues weitere Fotos veröffentlicht. Und am 24.05.09 erschien schließlich Mystery Photograph Revealed in dem des Rätsels Lösung offenbart wurde. Es handelte sich um Bilder des Ringdocus-Shunka Warak'in, die Lance Foster beim Besuch des Museums schoß! "Es ist definitiv ein Canide irgendeiner Art, keine Hyäne oder ein schweineähnliches Tier. Die Zähne, Füße etc. alle sind canid. Das Fell sieht ähnlich einem Vielfraß aus, aber das kann auch das Alter des Präparats sein. Es gibt einige schwache Streifen, nicht gestreift, einfach Streifen. Es ist in anständiger Verfassung. Es wurde teilweise mit Hilfe von Arsenik präpariert. Der Schädel könnte original sein (die Zähne sehen echt aus und nicht wie Plastik). Der Inhaber sagte, dass da ein Fish and Game-Mensch vorbeikam und es nicht exakt identifizieren konnte, aber es gibt Gerüchte über einen DNA-Test des Fells."

Foster bestätigt die bisherigen Ansichten, dass es sich um ein relativ schlecht gemachtes Präparat handelt. Die Beschreibungen des Verhaltens des Ringdocus-Shunka Warak'in und die Bekanntheit von Wölfen, Hunden und Kojoten bei den Siedlern schließen für ihn eine Identifikation als solches eher aus. Auch ein Hybrid (Wolf-Hund, Kojote-Hund usw.), von denen er selbst einige beobachtete kommen für ihn als des Rätsels Lösung nicht in Frage. Insofern verweist Foster auf den endgültigen DNA-Test.

(Ihr werter Leser wisst es bereits jetzt? Dann teilt uns eure Meinung mit im Diskussionsthread des Forums.)


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