21 | 10 | 2017
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Wiederansiedlung des Kaspischen Tigers geplant

Kryptozoologie-NewslogoDer Kaspische, auch Turan- oder Persische Tiger (Panthera  tigris virgata) genannt, war von der östlichen Türkei und dem Kaukasus bis zu den Bergen von Kasachstan und Sikiang in China verbreitet. Beginnend Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Kaspische Tiger in seinem großflächigen Verbreitungsgebiet systematisch durch den Menschen vertrieben. 1922 wurde der letzte Tiger im Kaukasus getötet, 1948 der vermutlich letzte in China, auch wenn es Berichte aus den sechziger Jahren über ein Tier aus den Tian Shan-Bergen gibt. Das Aussterben verlief also unterschiedlich schnell in den einzelnen Gebieten, daher ist ein exaktes Datum des Aussterbens der gesamten Unterart nicht benennbar. Viele hegten deshalb die Hoffnung, dass der Kaspische Tiger womöglich doch noch lebt. Diese Hoffnungen wurden durch entsprechende Berichte aus der Türkei, Afghanistan und Aserbaidschan genährt. So kamen 1970 Berichte über einen getöteten, jungen Tiger aus Uludere, einer Unterprovinz von Hakkari in der Türkei, auf. Drei Jahre später bereiste ein Botanist die Region und fotografierte ein Tigerfell, doch leider wurde diese Fotografie nicht konkret ausgewertet. 2004 unternahm der WWF-Türkei zum ersten Mal den Versuch einer Bestandsaufnahme der Fauna in der östlichen Türkei. Hierzu wurde im ersten Anlauf ein Fragebogen entworfen, der an 450 Militärposten versandt und in Kooperation mit den lokalen Einwohnern ausgefüllt wurde. Neben der allgemeinen Frage nach größeren Säugetieren in der Region enthielt der Bogen auch Fragen zur historischen Verbreitung des Tigers. Das Ergebnis erstaunte die Mitarbeiter des WWF, denn einige Militärs und Einheimische berichteten über Gerüchte, dass große Katzen in der Region präsent seien. Einige Einwohner aus unterschiedlichen Teilen des Gebietes wollten sogar entsprechendes Brüllen gehört haben. Bis in die mittleren achtziger Jahre bestand zudem angeblich ein reger Handel mit Tigerfellen. Drei bis acht Tiger wurden demnach jedes Jahr getötet und deren Pelz in den Irak exportiert. Sofern also 1970 noch eine Population bestand, so die Hoffnungen türkischer Forscher, könnten die Tiger möglicherweise bis in die frühen 90ziger Jahre überlebt haben. Leider gibt es bis dato jedoch keine weiteren Berichte über Tiger in der östlichen Türkei.

Nachdem neuere molekularbiologische Forschungen darauf hinweisen, dass die Unterart mit dem Sibirischen Tiger (P. t. altaica) quasi identisch ist und das Verbreitungsgebiet der beiden Populationen möglicherweise erst durch den Menschen getrennt wurde, legt man neue Hoffnungen in eine Wiederansiedlung. Um diese Pläne zu besprechen begab sich eine Delegation unter Führung von Sergey Donskoy, Deputy Minister of Natural Resources and Ecology of the Russion Federation, bereits letzte Woche nach Teheran. Die Iraner teilten dort mit, man wolle im nördlichen Landesteil den "Kaspischen Tiger" mit Hilfe des genetisch nur minimalst unterschiedlichen Sibirischen Tigers wieder ansiedeln.

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